Muss Ufersicherung immer hart, grau und technisch aussehen? Müssen Böschungen zwangsläufig mit Stein, Beton oder Stahl gesichert werden? Oder lohnt sich der Blick auf Bauweisen, die nicht nur sichern, sondern gleichzeitig Lebensräume schaffen, Wasser kühlen, Landschaften aufwerten und Menschen wieder näher ans Gewässer bringen?
Ingenieurbiologie ist mehr als eine „grüne Alternative“. Sie ist ein Werkzeugkasten voller lebendiger Lösungen. Faschinen, Weidensteckhölzer, Röhrichtwalzen, Spreitlagen oder kombinierte Bauweisen können stabilisieren, strukturieren und entwickeln – wenn sie passend zum Standort geplant werden. Denn nicht jede Bauweise passt überall. Lage, Boden, Wasserspiegel, Strömung, Lichtverhältnisse und Nutzung entscheiden mit. Genau darin liegt die Stärke: Für fast jede Bauaufgabe gibt es eine oder mehrere geeignete Lösungen, aber sie müssen klug ausgewählt und gut organisiert werden.
Damit aus der Vielzahl möglicher Bauweisen keine Bauchentscheidung wird, hilft das Schlüssel-Schloss-Prinzip: Zuerst werden die Rahmenbedingungen am geplanten Einbauort beschrieben und zu einem Anforderungsprofil zusammengeführt. Anschließend werden die Bauweisenprofile dem gegenübergestellt und die am besten passendsten herausgefiltert. Dafür ist die Beantwortung grundlegender Fragen entscheidend:
- In welcher Fließgewässerlandschaft liegt der Standort?
- Handelt es sich um einen Bach oder Fluss?
- Welche Bodenart oder welches Substrat prägt Sohle und Ufer?
- Wie werden angrenzende Flächen genutzt?
- Wie hoch sind Freibord, hydraulische Belastung und erforderliche Erosionssicherheit? Welche Fläche steht für den Einbau zur Verfügung?
- Welcher Pflanzenbestand soll sich entwickeln, wie lange darf das Initialstadium dauern und wie soll die Bauweise im eingebauten Zustand wirken?
Ebenso wichtig sind praktische Fragen: Wo liegt der Einbauort im Gewässerverlauf, wann kann gebaut werden, wie ist die Baustelle erreichbar und wie stark wird sie durch Bewuchs oder Bebauung beschattet? Erst aus diesem Abgleich entsteht eine Bauweisenauswahl, die zum Standort passt – technisch, ökologisch und organisatorisch.
Wer Ingenieurbiologie einsetzt, baut nicht gegen die Natur, sondern mit ihr. Aus Baumaterial wird Wachstum. Aus Sicherung wird Entwicklung. Aus einem technischen Eingriff kann ein Beitrag für Biodiversität, Landschaftsbild, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität entstehen.
Natürlich braucht das Planung, Erfahrung und gutes Timing. Lebendmaterial muss zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und möglichst regional verfügbar sein. Aber ist die Auswahl geeigneter Bauweisen wirklich Spezialwissen – oder kann das nicht am Ende jeder, wenn man die wesentlichen Aspekte beachtet?
Das Büro Stowasserplan hat ingenieurbiologische Bauweisen bereits in zahlreichen Projekten erfolgreich geplant und umgesetzt. Aus dieser Praxis sind ein breiter Erfahrungsschatz sowie durch Stowasserservice die Software für Ingenieurbiologie SOFIE® / DWA Ufer-Expert entstanden – nicht nur zur Auswahl und Herstellung geeigneter Bauweisen, sondern auch zur Pflege, Entwicklung und zum langfristigen Umgang mit den entstehenden Ufergehölzbeständen.
Genau darum geht es im begleitenden Webinar „Natur als Baustoff: mutiger planen und besser bauen mit Ingenieurbiologie!“ Es zeigt, wie sich passende ingenieurbiologische Lösungen mit aber auch ohne Hilfe der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® / DWA Ufer-Expert nachvollziehbar auswählen lassen – praxisnah, verständlich und mit Blick auf Standort, Funktion und Materiallogistik. Denn Ingenieurbiologie ist kein Experiment ins Blaue. Sie ist eine Einladung, Gewässerbau neu zu denken: lebendig, wirksam und überraschend robust.
Hier geht es zur Anmeldung des kostenlosen Webinars: https://landingpages.stowasserservice.de/de/webinar-1a-registration





