GEWÄSSERBLOG
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser
Klimaangepasste Gewässerunterhaltung: Warum wir unsere Gewässer jetzt neu denken müssen!
Ein weiteres viel zu trockenes Frühjahr liegt hinter uns. Die Folgen der Klimaveränderungen sind in unseren Fließgewässern längst sichtbar: Steigende Wassertemperaturen, langanhaltende Niedrigwasserphasen und sinkende Grundwasserstände setzen Bäche und Flüsse zunehmend unter Stress. Während sich die bisherige Gewässerunterhaltung vor allem auf klassische Defizite wie mangelnde Durchgängigkeit oder Strukturarmut konzentrierte, rückt heute eine neue Herausforderung in den Mittelpunkt: Wie müssen Unterhaltungsmaßnahmen angepasst werden, damit Gewässer auch künftig ihre ökologischen Funktionen erfüllen können?
Vom Uferabbruch zur naturnahen Gewässerentwicklung – Erfolgreiches Bauseminar zu ingenieurbiologischen Bauweisen in Lugau
Ein Jahr nach der Umsetzung zeigt sich die Maßnahme an einem innerörtlichen Gewässerabschnitt in Lugau als voller Erfolg: Die ingenieurbiologischen Bauweisen sind hervorragend angewachsen, die eingebrachten Weiden treiben kräftig aus und die gesamte Uferstruktur hat sich bereits sichtbar stabilisiert und naturnah entwickelt.
Gewässer und Nutzung zusammendenken: Agroforst als Chance für Gewässerrenaturierungen
Zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sind umfangreiche Maßnahmen zur Gewässerentwicklung erforderlich. Gleichzeitig verschärft sie die Flächenkonkurrenz in der Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Wie können Gewässer ökologisch wirksam entwickelt und die dafür notwendigen Korridore gleichzeitig wirtschaftlich nutzbar gestaltet werden?
Zielvegetation an Fließgewässern – nicht ohne Planung vor der Pflanzung!
Pflanzen brauchen Lebensraum. Dieser einfache Grundsatz gilt auch an Fließgewässern. Je nach Art sind damit ein unterschiedlicher Platzbedarf und eine unterschiedliche Funktionalität verbunden. Die Ufervegetation soll möglichst viele Funktionen erfüllen: das Gewässer beschatten, das Ufer stabilisieren, Lebensräume schaffen und das Landschaftsbild gestalten. Gleichzeitig trifft sie auf unterschiedliche Anforderungen wie Hochwasserschutz, Gewässerunterhaltung, angrenzende Nutzungen oder Naherholung. Damit sich daraus keine Konflikte entwickeln, sollte die Vegetation nicht zufällig entstehen, sondern gezielt geplant und angelegt werden. Dabei ist die Festlegung der sogenannten Zielvegetation entscheidend.
Erfurter Gespräche zur Wasserrahmenrichtlinie
Am 24. und 25. Februar 2026 fanden in Erfurt die Erfurter Gespräche zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der DWA statt. Ausgangspunkt der Tagung war die ernüchternde Bilanz, dass nach wie vor nur ein geringer Teil der Fließgewässer in Deutschland den guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial erreicht und klassische Instrumente dieses Umsetzungsdefizit nicht beheben können. Der hohe Handlungsdruck fordert neue tragfähige und vor allem praxistaugliche Lösungen.
Projektstart: Integriertes Gewässerunterhaltungs- und -entwicklungskonzept für Gewässer des WBV Torgau
Für eine zukunftsfähige Gewässerunterhaltung und -entwicklung im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Bodenverbands Torgau wird ein integriertes Gewässerunterhaltungs- und -entwicklungskonzept (iGK) erarbeitet. Es bildet die strategische Grundlage für eine nachhaltige, effiziente und wirtschaftliche Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung in den kommenden Jahren. Dabei berücksichtigt das Konzept sowohl die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, wie sie im Sächsischen Wassergesetz verankert sind, als auch Belange des Hochwasserschutzes und bestehende Nutzungsansprüche. Ziel ist es, Pflege und Entwicklung der Fließgewässer so zu steuern, dass ökologische Verbesserungen mit einer effizienten Unterhaltung in Einklang stehen.
Risiken erkennen, Schäden vermeiden, effizient handeln: Warum sich der Gang ans Gewässer jetzt lohnt!
Der Spätwinter und das frühe Frühjahr bieten gute Bedingungen, um Gewässerabschnitte systematisch zu begehen. In dieser Phase ist die Vegetation noch niedrig, Ufer, Sohle und angrenzende Flächen sind gut einsehbar. Termine im März und April ermöglichen eine verlässliche Einschätzung, wo Maßnahmen erforderlich sind und wie sich der Unterhaltungsbedarf im laufenden Jahr entwickeln wird.
Renaturierung des Seegrabens in Niesky – wie ein Gewässer wieder lebendig wird
Wer in den vergangenen Monaten am Seegraben in Niesky unterwegs war, konnte beobachten, wie sich ein unscheinbarer, technisch ausgebauter Graben Schritt für Schritt in ein lebendiges Gewässer verwandelt hat. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten ist dieses Kapitel nun vorerst beendet – und die ersten Erfolge sind bereits sichtbar.
Rückblick auf die erste Online-Seminarreihe „Gewässermanagement“
Die Anforderungen an ein modernes Gewässermanagement sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Klimaanpassung, Hochwasserschutz, Förderung der biologischen Vielfalt und der effiziente Einsatz kommunaler Ressourcen müssen heute gemeinsam gedacht und umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund hat Stowasserservice das bundesweit ausgerichtete Online-Seminar „Gewässermanagement“ durchgeführt.
Unerwünscht und unverzichtbar?! Ufergehölze zwischen Akzeptanzkonflikten und fachlicher Notwendigkeit
Ufergehölze zählen zu den prägenden Strukturelementen naturnaher Fließgewässer. Ihre Bedeutung reicht weit über gestalterische und landschaftsästhetische Aspekte hinaus. Für die Gewässerunterhaltung übernehmen sie zentrale ökologische, hydraulische und betriebliche Funktionen. Gleichzeitig stoßen sie bei Anliegern, Bewirtschaftern und Eigentümern häufig auf Ablehnung. Gehölze werden als hinderlich wahrgenommen, verschatten angrenzende Flächen oder gelten als zusätzlicher Pflegeaufwand. Dieses Spannungsfeld prägt den Alltag vieler Unterhaltspflichtiger und stellt eine zentrale Herausforderung für eine langfristig tragfähige Gewässerbewirtschaftung dar.



