GEWÄSSERBLOG

von Dr.-Ing. Andreas Stowasser

Pflanzfest zur Eröffnung des Wildkatzenlehrpfades an der Lossa

Als Abschluss der Maßnahmen zum Pilotprojekt „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ wurde am 12. November 2023 das zweite Pflanzfest des BUND an der Lossa durchgeführt. Ergänzend zu den im vergangenen Jahr umgesetzten Abschnitten waren diesmal die Flächen entlang der letzten beiden Bauabschnitte an der Reihe. Mit 180 Teilnehmern und prominenter Unterstützung wurden auf dem links und rechts an das Gewässer angrenzenden Grünland über 1.600 weitere heimische Gehölze gepflanzt. Mit der feierlichen Einweihung des Wildkatzen-Lehrpfades wurde der erste Wildkatzenkorridor in Sachsen vollendet. An sieben spannenden Stationen rund um den Küchenteich in Heyda kann man sich nun über das Leben der Wildkatze und das Projekt informieren.

Fertigstellung des Grünen Wegs für Wildkatzen entlang der Lossa

Am 25. und 26. Oktober 2023 fand das letzte Bauseminar zur Renaturierung der Lossa bei Heyda statt. Wie die vorangegangenen drei Seminare ist es Bestandteil des Pilotprojekts „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“, welches der BUND Sachsen zur Umsetzung des ersten Wildkatzenkorridors in Sachsen ins Leben gerufen hat. Mit diesmal insgesamt 30 Teilnehmern wurde an zwei Tagen der letzte Bauabschnitt an der Lossa naturnah umgestaltet. Alle Mitwirkenden waren mit großem Engagement dabei und bauten ingenieurbiologische Bauweisen zur strukturellen Aufwertung und Initiierung eigendynamischer Prozesse im Gewässer und auf dem Ufer ein. Ergänzend boten die Besichtigung der bereits in den vergangenen Seminaren fertiggestellten Abschnitte der Lossa sowie zwei Abschnitte der Launzige, die vor sieben Jahren ebenfalls mit ingenieurbiologischen Bauweisen umgestaltet wurden, vielfältige fachliche Erkenntnisse für die Teilnehmer.

Das Hoyerswerdaer Schwarzwasser zwischen Prischwitz und Dreikretscham wird wieder zur vielfältigen Auenlandschaft

Das Hoyerswerdaer Schwarzwasser zwischen Prischwitz und Dreikretscham wird wieder zur vielfältigen Auenlandschaft

Die Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers zwischen Prischwitz und Dreikretscham sind auf der Zielgeraden. Seit April 2023 werden dort durch die Stowasserplan GmbH & Co KG sowie die beteiligten Baufirmen Kompensationsmaßnahmen zum in den 1990er Jahren erfolgten Ausbau der A4 zwischen AS Uhyst und AS Bautzen Ost umgesetzt. Herausragend bei diesem Projekt: Durch den umfangreichen Grunderwerb im Umfeld der Maßnahme kann eine ganzheitliche Revitalisierung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers inklusive der angrenzenden Auenbereiche durchgeführt werden. In allen drei bearbeiteten Teilabschnitten jeweils zwischen den Ortslagen Prischwitz, Muschelwitz, Sollschwitz und Dreikretscham können umfassende Maßnahmen zur ökologischen Umgestaltung des in den 1970er Jahren vollständig ausgebauten und begradigten Gewässers sowie der Auenlandschaft stattfinden. Der Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf der Wiederherstellung des ursprünglichen Gewässerverlaufs und der Entwicklung einer naturnahen Weichholzaue mit angrenzenden Feuchtwiesen und eigendynamischer Gewässerentwicklung.

Bereitstellung der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® – das Planungs- und Prüfwerkzeug für Ingenieurbiologie!

Bereitstellung der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® – das Planungs- und Prüfwerkzeug für Ingenieurbiologie!

Mit der Vorstellung von SOFIE®, der Software für Ingenieurbiologie, am 17.05.2023 vor Vertretern der sächsischen Wasser- und Naturschutzbehörden und des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) steht erstmals eine digitale Anwendung für Vorhaben im naturnahen Wasserbau zur Verfügung. SOFIE® wurde bereits 2009 entwickelt, seitdem stetig verbessert und zwischen 2021 und 2022 grundlegend entsprechend der neuesten Softwarestandards überarbeitet.

Gründung „Interdisziplinäres Netzwerk Agroforst Sachsen“ – INAS

Gründung „Interdisziplinäres Netzwerk Agroforst Sachsen“ – INAS

Agroforst ist zwar aktuell in vieler Munde, aber es finden sich kaum moderne Pilotstandorte in Sachsen. Dabei ist Agroforst kein neues Phänomen. Flurholzanbau spielte schon immer eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und wird weltweit bereits erfolgreich angewendet. Und nicht zuletzt bieten Agroforstsysteme individuell anpassbare und multifunktionale Lösungsansätze für die aktuellen Problemfelder Klimaschutz, Förderung der Biodiversität, schonender Umgang mit den knappen Ressourcen sowie insbesondere der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Bereits in den Ausarbeitungen der Stowasserplan GmbH & Co. KG zu den Projekten ElmaR I und Elmar II wurden die Potenziale der Agroforstsysteme am Gewässer umfassend beleuchtet und für einen Pilotstandort in Sachsen vorbereitet. Um zukunftsfähige Lösungen weiter voranzutreiben wurde am 16.08.2023 das Interdisziplinäre Netzwerk Agroforst Sachsen (INAS) gegründet. Der Einladung des LfULG, des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) sowie der Firma Lignovis waren neben der Stowasserplan GmbH & Co. KG 16 Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung gefolgt, um zusammen die Aufgaben, thematischen Ansatzpunkte und Kompetenzen des Netzwerks zu diskutieren. Das interdisziplinäre Team hat sich die Vernetzung und Beratung von interessierten Betrieben und Kommunen, sowie den gemeinsamen Erfahrungs- und Informationsaustausch zum Ziel gesetzt. Im Anschluss an die Gründungsveranstaltung konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von der gelungenen praktischen Umsetzung eines im Jahr 2023 angelegten Agroforstsystems in der Lommatzscher Pflege machen.

Bauseminar zum Grünen Weg für Wildkatzen entlang der Lossa

Bauseminar zum Grünen Weg für Wildkatzen entlang der Lossa

Am 16. und 17. März 2022 fand das erste Bauseminar zur Renaturierung der Lossa bei Heyda statt. Es ist Bestandteil des Pilotprojekts „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ des BUND Sachsen zur Umsetzung des ersten Wildkatzenkorridors in Sachsen. An zwei Tagen wurden neben Erdarbeiten zur Modellierung geschwungener Seitenarme verschiedene ingenieurbiologische Bauweisen zur strukturellen Aufwertung des Lossabachs, zur Initiierung von Eigendynamik und zur Vegetationsentwicklung eingebaut. Dank hervorragender Organisation durch Frau Almut Gaisbauer, der Projektleiterin des Rettungsnetz Wildkatze beim BUND Sachsen, der Bauleitung durch Herrn Dr. Andreas Stowasser vom Büro Stowasserplan GmbH CO. KG, der technischen Unterstützung durch Herrn Stegemann vom Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V. sowie der hochmotivierten und engagierten Manpower der Beteiligten konnten sämtliche Maßnahmen des geplanten Teilabschnittes erfolgreich an diesen beiden Tagen umgesetzt werden.

Merkblatt DWA-M 620-2 als Weißdruck neu erschienen

Nachdem im Juni 2020 der erste Teil des DWA-Merkblattes M 620 zur Einführung der Ingenieurbiologie im naturnahen Wasserbau erschienen ist, kann ab sofort auch der zweite Teil in der Praxis genutzt werden. Das Merkblatt DWA-M 620-2 vermittelt anschaulich alle mit der Planung und Ausführung ingenieurbiologischer Bauweisen verbundenen Aspekte. Es benennt Standards für den Leistungsumfang bei der Grundlagenermittlung und Vorplanung, der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Ausschreibung und Vergabe. Außerdem wird erläutert, wie die Bauüberwachung organisiert sein sollte und worauf in der Ausführung und Pflege besonders zu achten ist. Schließlich ermöglicht erst die fachgerechte Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt die erfolgreiche Etablierung der Bauweisen und die Entwicklung stabiler Vegetationsbestände. Hinweise zur Erfolgskontrolle ergänzen die Darstellungen und helfen auch langfristig bei der Qualitätssicherung in Planung und Umsetzung ingenieurbiologischer Bauweisen.

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