von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Freitag, 8 März, 2013 | Ingenieurbiologie, Veranstaltungen
Im Herbst 2013 (21.11. bis 22.11.13) wird die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe zusammen mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V. eine Fachtagung zum Thema „Technisch-biologische Ufersicherungen an großen und schiffbaren Gewässern – Potenziale und Möglichkeiten“ veranstalten (siehe folgender Link der Bundesanstalt für Wasserbau). Während am ersten Tag Vorträge und die Besichtigung von Versuchen zu biologisch technischen Ufersicherungen der BAW geplant sind, wird am zweiten Tag eine Fachexkursion zu einer größeren Renaturierungsmaßnahme am Neckar angeboten.
Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich über den aktuellen Wissensstand zum Einsatz ingenieurbiologischer Bauweisen an Bundeswasserstraßen zu informieren, u. a. werden auch die neuesten Ergebnisse der Versuchstrecke am Rhein bei Worms vorgestellt. Dabei werden auch die Ergebnisse der DWA Arbeitsgruppe WW 1.5/2.5 „Technisch-biologische Ufersicherung an Binnenwasserstraßen“ vorgestellt (siehe auch Übersicht zu Arbeitsgruppen der BAW).
Ich hoffe, wir sehen uns im November in Karlsruhe!
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Montag, 4 Februar, 2013 | Aktuelles, Ingenieurbiologie, Literatur
Im Jahr 2010 beschloss der DWA-Fachausschuss Gewässer und Boden (GB-2) „Unterhaltung und Ausbau von Fließgewässern“, sich mit der Thematik „Ingenieurbiologie im Wasserbau“ zu beschäftigen und dazu ein Merkblatt zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wurde die DWA-Arbeitsgruppe GB-2.12 „Ingenieurbiologische Bauweisen im Wasserbau – Planungsgrundsätze und Anwendungsgrundlagen“, in der ich als Sprecher fungiere, eingerichtet.
Am 14. und 15.01.2013 traf sich die AG zum siebten Mal. Das Anliegen und die Zielstellungen unserer Arbeit können wie folgt beschrieben werden:
Im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) kommt den ingenieurbiologischen Bauweisen im Wasserbau eine besondere Bedeutung zur ökologischen Verbesserung der Fließgewässer zu.
Mittels der Anwendung von Ingenieurbiologie lassen sich die Auswirkungen erforderlicher Eingriffe ins Gewässer reduzieren. An stark veränderten, künstlichen oder urban geprägten Fließgewässern, kann somit neben einer erforderlichen Ufersicherung, auch die Verbesserung der Gewässerstruktur realisiert werden. An entwicklungsträgen oder teilweise verbauten Fließgewässern können die ingenieurbiologischen Bauweisen dazu eingesetzt werden, eigendynamische Prozesse zur naturnahen Fließgewässerentwicklung in Gang zu setzen.
Die Anwendung von Ingenieurbiologie entspricht den Anforderungen eines naturnahen und nachhaltigen Wasserbaus, ausgerichtet an den biologischen Qualitätskomponenten der Wasserrahmenrichtlinie. Nur in Gewässerabschnitten, in denen die hydraulische Belastung zu groß für die Ufersicherung mit Pflanzen ist oder wo aufgrund begrenzter Leistungsfähigkeit des Gewässerquerschnitts entsprechende Restriktionen bestehen, kommen sie nicht zur Anwendung.
Zur Planung und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau bestehen bisher keine technischen Standards bzw. Regelwerke. Die DWA-Arbeitsgruppe GB-2.12 „Ingenieurbiologische Bauweisen im Wasserbau – Planungsgrundsätze und Anwendungsgrundlagen“ im DWA-FA GB-2 „Unterhaltung und Ausbau von Fließgewässern“ möchte dies ändern und einheitliche Standards zur Anwendung dieser Bauweisen setzen.
Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sind die Ableitung von Planungsgrundsätzen und die Erarbeitung von Anwendungsgrundlagen. Neben den Grundprinzipien bei der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen werden auch die Anforderungen an lebende und unbelebte Baustoffe, die zur Herstellung dieser Bauweisen erforderlich und gebräuchlich sind, behandelt.
Zur Erleichterung der Planung und Umsetzung von Ingenieurbiologie sollen Grundsätze für die Auswahl der jeweils geeigneten Bauweisen sowie zu deren Ausschreibung und Vergabe erarbeitet werden. Prinzipielle Anforderungen an die Ausführung und Bauüberwachung ingenieurbiologischer Bauweisen sowie Ansprüche an deren Pflege und Entwicklung runden das Themenfeld der Arbeitsgruppe ab.
Die Arbeiten der DWA-Arbeitsgruppe GB-2.12 werden gemeinsam mit dem Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK), der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsplanung (FLL) und der Gesellschaft für Ingenieurbiologie durchgeführt.
Am 15.01.13 wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe festgelegt, dass die Arbeitsgruppe noch im 1. Halbjahr 2013 den Text als Grundlage für das Gelbdruckverfahren vorlegen wird. Ziel ist es dann, dass Gelbdruckverfahren bis Spätsommer abzuschließen und möglichst im 1. Quartal 2014 den Weißdruck, also das fertige Merkblatt, vorzulegen.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Montag, 14 Januar, 2013 | Aktuelles, Allgemein, Ingenieurbiologie, Literatur
Meine Dissertation analysiert Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten bei der Auswahl und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau. Es wird gezeigt, wie vorhandenes Wissen aus dem Themenfeldern Anwendungsgrundlagen, Planung, Ausführung sowie Pflege und Entwicklung anwenderfreundlich aufbereitet, zusammengefasst und verfügbar gemacht werden kann. Im Mittelpunkt der damit verbundenen Überlegungen zur Beseitigung von Anwendungshemmnissen steht die Entwicklung einer Methodik zur Auswahl ingenieurbiologischer Bauweisen auf Grundlage der jeweils am Einbauort vorhandenen Anforderungen und Rahmenbedingungen. Die Konzeption eines Datenbank gestützten Informationssystems für ingenieurbiologische Bauweisen verdeutlicht, wie vorhandene Umsetzungshindernisse beseitigt und damit die Ingenieurbiologie im Wasserbau einem breiten Anwenderkreis erschlossen werden kann.
Die Dissertation erschien 2011 in der Schriftenereihe des Instituts für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover im Cullivier Verlag Göttingen.

von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Dienstag, 25 September, 2012 | Ingenieurbiologie
Bei strahlendem Sonnenschein wurde am 20.09.12 bei optimalem Wasserstand des Rheins die 1 km lange Versuchsstrecke zur Erprobung ingenieurbiologischer Bauweisen feierlich eröffnet. Wortführende waren Herr Stenschke, Unterabteilungsleiter Wasserstraßen vom BMV, Herr Joeris Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest, Frau Herzog Amtsleiterin des Wasser und Schiff-fahrtsamts Mannheim, Herr Heubaum vom BAW und Herr Behrendt Direktor der BfG.
Alle Redner unterstrichen die zukunftsweisende Form der naturnahen Ufersicherungen mit Weidensetzstangen, Lebendfaschinen, Heckenbuschlagen, Buschlagen, Spreitlagen, Röhrichtgabionen, Pflanzmatten etc. und Uferentsteinungen, deren Potenzial und Bedeutung vor dem Hintergrund der veränderten gesell-schaftlichen Anforderungen an die Bundeswasserstraßen und die Umsetzung der EG-WRRL weiter zunehmen werden. Die Planung erfolgte durch Stowasserplan und Geitz und Partner, die auch die Bauüberwachung übernahmen.
Multitalent – Ingenieurbiologie
An den Ufern der Bundeswasserstraße Rhein müssen die ingenieurbiologischen Bauweisen mit denkbar schwierigen Bedingungen zurecht kommen: Bis zu 12 m hohe, überwiegend 1:2 bis 1:3 steile Böschungen, 6 m Wasserspiegelschwankungen, schiffsinduzierte Belastungen wie Schwall und Sunk, Wellenschlag etc. Die starken Wasserspiegelschwankungen führen dazu, dass die hydraulischen Belastungen auf gesamter Länge der Uferböschungen auftreten können. Dennoch sollen die ingenieurbiologischen Bauweisen nicht nur das Ufer sichern, sondern gleichzeitig
auch zur Strukturverbesserung der ausgebauten und bisher überwiegend mit Steinschüttungen verbauten Rheinböschungen beitragen.
Nach knapp einer Vegetationsperiode haben die im Herbst 2011 angelegten 9 Versuchsfelder bereits zu einem erheblichen Erkenntnisgewinn geführt. Besonders gut bewährt haben sich beispielsweise diagonal zur Wasserlinie eingebaute, mehrlagige Spreitlagen. Durch die diagonale Anordnung der Äste wird der Wellenschlag gebremst und so der Austrag von Feinmaterial aus der Böschung minimiert. Die diagonal eingebauten Äste kommen gut mit den Wasserstandsschwankungen des Rheins zurecht, wodurch die Weiden bereits im 1. Jahr über 1,5 m Zuwachs aufweisen und die gesamte Spreitlage sehr vital ist und die Uferböschung entsprechend gut schützt.
Wir bleiben auf dem Laufenden!
Durch die BAW und die BfG wird die weitere Entwicklung der ingenieurbiologischen Bauweisen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm in den nächsten Jahren begleitet werden. Über neue Eindrücke vom Rheinufer und aktuelle Ergebnisse aus den angesetzten Monitoringmaßnahmen informiere ich Sie gerne weiterhin auf unserem Blog. Nähere Infos zum derzeitigen Stand der Versuchsstrecke und zum Monitoringprogramm gibt es unter folgenden Links der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG):
BAW/Publikationen
BfG/Aktuelles
Auch die öffentliche Presse berichtet über die Versuchsstrecke in Lampertheim:
Das Nachrichtenportal Rhein-Neckar morgenweb
Lampertheimer Zeitung Rhein Main Presse
Tip-Verlag, Die Onlineseiten für Südhessen
Die Flyer der WSV und der planenden Büros zur Pilotstrecke in Lampertheim stehen unter folgenden Links zum Download bereit…
Flyer WSV
Flyer Geitz & Partner und Stowasserplan

von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Freitag, 14 September, 2012 | Allgemein, Ingenieurbiologie, Veranstaltungen
10 Jahre nach der Jahrhundertflut in Sachsen fand vom 04. bis 05.09.2012 die Jahrestagung der Gesellschaft für Ingenieurbiologie mit dem Thema „Ingenieurbiologie zwischen Sichern und Entwickeln“ in Dresden statt.
Die Ingbiotools GmbH war mit der Software für Ingenieurbiologie – SOFIE® ebenfalls mit einem Infostand vertreten.
Die Vielfalt der Themen der Jahrestagung der Gesellschaft für Ingenieurbiologie war groß. Die Inhalte der Vorträge an Tag 1 erstreckten sich von „Grundprinzipien der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau“ über „Haftungsrechtliche Aspekte bei der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen“ bishin zu Impulsreferaten über die zukünftige Entwicklung der Ingenieurbiologie.
Meine Vortragsthemen waren „Planung und Auswahl ingenieurbiologischer Bauweisen“ und „Die Ingbio-App – Wie sehen die Anwendungsgrundlagen der Zukunft aus?“.
Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Dampferfahrt auf der Elbe mit Abendessen sowie die Besichtigung der Elblachen Laubegast und den realisierten Hochwasserschutzmaßnahmen nach dem Hochwasser 2002.
Tag 2 umfasste eine Ganztagesexkursion zu ausgewählten Gewässerabschnitten in Sachsen. Anhand der Exkursionsbeispiele wurde das Anwendungsspektrum der Ingenieurbiologie im Wasserbau „Eigendynamik initiieren, steuern und stoppen“ aufgezeigt. Exkursionsziele waren der Weidigtbach und der Gorbitzbach in Dresden.
An beiden urbanen Fließgewässern kamen zahlreiche ingenieurbiologische Bauweisen zur naturnahen Ufersicherung und -strukturierung zum Einsatz. Beispiele zur Initiierung und Steuerung eigendynamischer Gewässerentwicklung wurden am Lungwitzbach besichtigt. Bei allen Exkursionszielen handelte es sich um Projekte die durch das Büro Stowasserplan geplant und umgesetzt wurden.