
Mehrere Starkregenereignisse im Mai und Juni 2024 haben Colditz schwer getroffen: Überflutete Keller, beschädigte Straßen und Felder, auf denen wild abfließendes Wasser meterweit Schlamm abgelagert hat. Besonders betroffen war der Ortsteil Hohnbach. Solche Ereignisse werden im Zuge des Klimawandels häufiger – und genau deshalb braucht es vorausschauende Planung.
Im Auftrag der Stadt Colditz entwickeln wir gemeinsam mit dem Büro ITWH GmbH (Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie GmbH) derzeit ein integriertes Handlungskonzept zur Klimaanpassung und Starkregenvorsorge für das Stadtgebiet Colditz. Es zeigt auf, wie sich die Siedlungsbereiche, aber auch die angrenzende Landwirtschaft gegen die Folgen extremer Niederschläge wappnen können. Ziel des Konzeptes ist es, ortsspezifische Maßnahmen zu identifizieren, die das Risiko künftiger Starkregenschäden wirksam verringern und zugleich zur Stabilisierung des regionalen Wasserhaushalts beitragen – etwa durch den Rückhalt von Niederschlagswasser auf landwirtschaftlichen Flächen. Darüber hinaus sollen die Maßnahmen das Naturerleben, die Naherholung und einen sanften Tourismus in Colditz und seinen Ortsteilen stärken. So kann die Stadt Colditz eine Vorreiterrolle als Modellregion für die Anpassung an den Klimawandel einnehmen. Unsere Empfehlungen dienen nicht nur dem Schutz vor extremen Wetterereignissen. Sie stärken auch die natürlichen Wasserspeicher, fördern artenreiche Strukturen im Offenland, erhöhen die Kohlenstoffbindung durch Gehölze und Agroforstsysteme und sichern langfristig landwirtschaftliche Erträge.
Derzeit liegt unser Fokus der Bearbeitung auf der Maßnahmenableitung, ehe es im Anschluss in die konkrete Abstimmung mit betroffenen Flächennutzern und –eigentümern zu möglichen Umsetzungsoptionen als Grundlage für eine sich zeitnah anschließende Maßnahmenumsetzung geht. Die Maßnahmenplanung erfolgt digital in unserem Softwareprodukt PROGEMIS® . Mit der Software lassen sich lagekonkret die erforderlichen Klimaanpassungsmaßnahmen planen und deren zukünftige Pflege / Nutzung organisieren.
Klimaanpassung ist mehr als technischer Hochwasserschutz. Sie beginnt auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen, entlang der Wege und in der kommunalen Planung. Mit dem integrierten Handlungskonzept für Colditz zeigen wir, wie Klimavorsorge, Naturschutz und nachhaltige Landbewirtschaftung zusammen gedacht werden können – strategisch, kooperativ und zukunftsorientiert. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Oktober 2023 bis September 2025. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert.


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