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Am 3. Juni 2026 wurde der Tauchnitzgraben im Wurzener Land zu einem lebendigen Lernort für zukunftsfähige Landschaftsgestaltung. Das Foto zeigt eindrucksvoll die Themen dieses Feldtages: ein wieder sichtbares Gewässer, junge Gehölzstreifen in der Feldflur und ein Agroforstsystem, das spürbar „loswächst“. Hier verbinden sich Landwirtschaft, Gewässerschutz, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung zu einem gemeinsamen Zukunftsbild.

Im Mittelpunkt stand das größte Agroforstsystem Sachsens am Tauchnitzgraben, das im Zusammenhang mit der Offenlegung und Renaturierung des Gewässers angepflanzt wurde. Die Anlage zeigt, wie klug platzierte Gehölzstreifen in Agrarlandschaften mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen können: Sie schützen Böden vor Erosion, verbessern den Wasserhaushalt, schaffen Lebensräume, kühlen die Landschaft und liefern langfristig Holzbiomasse. Die Verbindung von Gewässerschutz und kommunaler Wärmeversorgung ist ein praxisnahes Beispiel dafür, wie Gewässerentwicklungsmaßnahmen nicht nur Flächen beanspruchen, sondern auch eine neue Kulturlandschaft ermöglichen können. So werden aus Kosten Investitionen: in sauberes Wasser, produktive Landschaften, Klimaschutz und ländliche Bioökonomie.

Neben Grußworten aus dem Ministerium und dem Bauernverband bot der Vormittag Feldexkursionen zu den Themen:

  • Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Agroforst
  • kommunale Daseinsvorsorge und Energiewirtschaft
  • Naturschutz und Klimawandel
  • angewandte Forschung

Am Nachmittag folgte ein Workshop zur Weiterentwicklung des von Stowasserplan und IfaS für den Tauchnitzgraben entwickelten Renaturierungskonzepts als Modell- und Demonstrationsstandort für andere Bundesländer. Dabei wurden u.a. die Themen Flächenverfügbarkeit, Kooperation mit der Landwirtschaft und Mehrnutzung, Logiken der Agrarförderung, Genehmigungsfragen sowie Instrumente wie produktionsintegrierte Kompensation diskutiert.

Der Feldtag hat gezeigt: Wenn Kommunen, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energieversorgung, Planung und Behörden gemeinsam handeln, eröffnen sich neue Handlungsspielräume. Am Tauchnitzgraben wird deutlich, wie Gewässerrenaturierung, Agroforst und Wärmewende zusammen gedacht werden können – praktisch, kooperativ und mit sichtbarem Wachstum in der Landschaft.

Medienhinweis: Auch der MDR berichtete im Rahmen von „MDR um 4“ über das Agroforstsystem im Wurzener Land und die Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz. Der Beitrag ist in der MDR-Mediathek verfügbar:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/grimma-oschatz-wurzen/klimawandel-agro-forst-landwirtschaft,video-klimawandel-agro-forst-landwirtschaft-100.html

01_Feldtag_Tauchnitzgraben
Begrüßungsreden im Beisein von Staatssekretär Menke aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium
Dr. Andreas Stowasser und Frank Wagner (IfaS) präsentieren ihr gemeinsames Projekt am Tauchnitzgraben.
Ausgangssituation: Der Tauchnitzgraben verläuft als verrohrtes Gewässer auf dem rund 90 Hektar großen Schlag (gleicher Blickwinkel wie voriges Foto).
Besichtigung des offengelegten Gewässers in mehreren Gruppen
Die im Frühjahr eingebauten ingenieurbiologischen Bauweisen zeigen einen sehr guten ersten Austrieb.
Der anschließende Workshop fand direkt vor Ort mit Blick auf das Agroforstsystem statt.
Amtierende und ehemalige Bürgermeister der Projektgemeinden tauschen sich zum Projekt aus.
Die Böhlitzer Agrargenossenschaft demonstrierte die Pflegetechnik für das Agroforstsystem.
Fachlicher Austausch zu Möglichkeiten der Pflege und Beerntung solcher Anlagen auch andernorts
Die im April diesen Jahres gepflanzten Agrarholzstreifen entlang des Gewässers beginnen gerade loszuwachsen.
Die im März letzten Jahres gepflanzten Agrarholzststreifen auf der Feldflur erreichen bereits Höhen von 2 – 3 m.
Dr.-Ing. Andreas Stowasser