23 Jahre nach der Jahrhundertflut in Sachsen – die Retentionsmulden zwischen Schullwitz und Eschdorf zeigen eindrucksvoll, wie sich Hochwasserschutz und Biodiversität kombinieren lassen.
Am 12. und 13. August 2002 führten extreme Regenmengen in Sachsen zu Sturzfluten an Elbe und Mulde. Mindestens 21 Menschen verloren ihr Leben, Hunderte wurden verletzt, Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. Der Schaden ging in die Milliarden. In der Folge wurden landesweit zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht. Eine davon war unser Retentionsmuldenprojekt zum Schutz der Ortslage Eschdorf bei Dresden: Anstatt ein riesiges Rückhaltebecken zu bauen, haben wir eine ehemals komplett meliorierte Wiesenfläche in eine artenreiche Feuchtwiesenlandschaft mit einem naturnahen Bachlauf mit naturnahen Retentionsmulden kombiniert. 23 Jahre später ist dort eine artenreiche Wiesenaue entstanden. Bereits beim Extremhochwasser 2010 und 2013 wurde die Ortslage Eschdorf wirkungsvoll vor einer Überflutung geschützt.
Blick über den Schullwitzbach in eine eingestaute MuldeÖkologisch durchgängig gestaltetes Einstaubauwerk Überlaufbereich von einer Mulde in die NächsteÜberblick über die Mulden und den zuführenden Bachlauf beim „Belastungstest“ im Jahr nach der Fertigstellung – die Mulden füllen sich nacheinander und geben den Abfluss gedrosselt an das Bachbett zurück.
Letzte Woche konnte ich meinem Team von Stowasserplan in einer internen Fortbildung zeigen, wie gut sich am Beispiel der Retentionsmulden zwischen Schullwitz und Eschdorf nachhaltiger Hochwasserschutz und Förderung der Biodiversität kombinieren lassen. Folgende Videos zeigen, wie sich die Rententionsmulden gut in die Aue des Schullwitzbachs einfügen:
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Offenlegung und Renaturierung des Schullwitzbachs auf ca. 500 m Länge sowie Anlage von zwei bachparallel angeordneten Flutmuldenreihen zwischen den Ortslagen Dresden Schullwitz und Eschdorf mittels umfangreicher Erdmodellierung, komplexer Steuerung des anströmenden und zurückgehaltenen Wassers und Ufer- und Böschungssicherung mittels ingenieurbiologischer Bauweisen.
Flächengröße des überformten Geländes: ca. 10 ha.
Auftraggeber: Landeshauptstadt Dresden
Planung: 2004 bis 2007
Bauumsetzung: 2008 bis 2009
Artenreiche Feuchtwiesenvegetation in den RetentionsmuldenAus der Luft sind die Retentionsmulden gut zu erkennen. Baumgruppen markieren die äußeren Ränder der Hochwasserschutzanlage. Selbstregulierende Drosselorgane und Überläufe zwischen den Mulden verteilen das im Schullwitzbach ankommende Hochwasser so, dass es vor der Ortslage Eschdorf beim HQ 100 der Abfluss des Schullwitzbachs um bis zu 75% reduziert wird.Aus der Luft sind die Retentionsmulden gut zu erkennen. Baumgruppen markieren die äußeren Ränder der Hochwasserschutzanlage. Selbstregulierende Drosselorgane und Überläufe zwischen den Mulden verteilen das im Schullwitzbach ankommende Hochwasser so, dass es vor der Ortslage Eschdorf beim HQ 100 der Abfluss des Schullwitzbachs um bis zu 75% reduziert wird.Baumgruppen zur Abgrenzung des Retentionsmuldenareals – entwickelt aus WeidensetzstangenDie Modellierung der Retentionsmulden passt sich harmonisch in die Aue des Schullwitzbachs ein – die Hochwasserschutzanlage ist als technische Bauwerk kaum zu erkennen.
hat als Geschäftsführer der Unternehmen Stowasserplan und Stowasserservice über 30 Jahre Berufserfahrung im naturnahen Wasserbau. Zwischen 2006 und 2011 promovierte er zum Thema: „Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten bei Auswahl und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau“. Zudem ist Dr.-Ing. Andreas Stowasser für die stetige Qualitätssicherung im Unternehmen zuständig.
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