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Renaturierung des Seegrabens in Niesky – wie ein Gewässer wieder lebendig wird

Renaturierung des Seegrabens in Niesky – wie ein Gewässer wieder lebendig wird

Wer in den vergangenen Monaten am Seegraben in Niesky unterwegs war, konnte beobachten, wie sich ein unscheinbarer, technisch ausgebauter Graben Schritt für Schritt in ein lebendiges Gewässer verwandelt hat. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten ist dieses Kapitel nun vorerst beendet – und die ersten Erfolge sind bereits sichtbar.

Ein Meilenstein war der zweite Informationsnachmittag am 24. August 2025. Rund 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadt Niesky und informierten sich direkt an der Baustelle über Ziele, Hintergründe und Ergebnisse der Maßnahme. Zu diesem Zeitpunkt waren die Arbeiten auf dem etwa 575 Meter langen Abschnitt bereits weit fortgeschritten, so dass die Veränderungen im Gelände schon unmittelbar erlebbar waren.

Inzwischen ist die naturnahe Umgestaltung des Seegrabens vollständig abgeschlossen. Die Maßnahme wurde mit Unterstützung der KoMoNa-Förderung des Bundesumweltministeriums (Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen) sowie mit Landesmitteln umgesetzt. Die Stowasserplan GmbH & Co. KG hat das Vorhaben geplant und begleitet. Nun konnte nach rund einem Jahr Bauzeit mit der VOB-Abnahme im Januar formal beendet werden.

Ausgangssituation war ein stark ausgebautes Gewässer: Der Seegraben verlief in zwei parallelen, geradlinigen Gräben, die mit Betonplatten befestigt waren. Gewässertypische Strukturen und standortgerechte Gehölze fehlten nahezu vollständig. Ziel der Maßnahme war es daher, den Graben zu entsiegeln, ökologisch aufzuwerten und wieder als lebendigen Bestandteil der Landschaft zu entwickeln.

Dazu wurden die beiden Gräben zu einem geschwungenen Verlauf zusammengeführt und mit verschiedenen ingenieurbiologischen Bauweisen gestaltet. Dazu zählen unter anderem rund 80 Meter Rechenbuhnen, acht Inselbuhnen, etwa 45 eingebaute Wurzelstöcke sowie rund 220 Meter Vegetationswalzen. Ergänzt wurden diese durch jeweils rund 320 Meter Lebend- und Totfaschinen sowie etwa 1.000 Quadratmeter Steckhölzer. Insgesamt wurden rund 830 standorttypische Gehölz- und Strauchpflanzungen eingebracht. Sie sichern die Ufer, spenden künftig Schatten und tragen dazu bei, die Wassertemperatur in Hitze- und Trockenperioden zu senken.

Dass diese Maßnahmen wirken, zeigte sich schneller als erwartet. Vertreter der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz e. V.“ bestätigten schon im Sommer 2025 die Rückkehr verschiedener Arten, darunter Teichfrösche, Graureiher, Schwalbenschwanz-Schmetterlinge und Taubenschwänzchen. Auch der Eisvogel wurde wieder am Seegraben gesichtet – ein deutliches Signal für die ökologische Aufwertung.

Neben den ökologischen Effekten ist mit dem neuen Gewässerlauf auch ein attraktiver Erholungsraum entstanden. Dieser wird durch einen Naturlehrpfad ergänzt, der gemeinsam mit dem Ortschaftsrat sowie Schule und Kindergarten entsteht. Die Einweihung ist für den Sommer 2026 geplant. Umweltbildungsangebote begleiten den Prozess und laden insbesondere Kinder und Jugendliche ein, sich mit Themen der Gewässer- und Landschaftsökologie aktiv auseinanderzusetzen.

Transparenz und die Einbindung der Öffentlichkeit spielten während des gesamten Projekts eine zentrale Rolle. Neben den Informationsveranstaltungen ist noch ein Pflegeseminar für das Bauhofpersonal vorgesehen, um auch die künftige Unterhaltung fachgerecht abzusichern. Bereits zuvor nahmen Mitarbeitende des Nieskyer Bauhofs an einem Bauseminar des BUND Sachsen e.V. am Gertiggraben teil.

Besonders bedeutsam ist die Maßnahme auch aus naturschutzfachlicher Sicht. Der Seegraben grenzt unmittelbar an das FFH-Gebiet „Teiche bei Moholz“ an und liegt in räumlicher Nähe zum Vogelschutzgebiet „Stausee Quitzdorf“ sowie zum Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“. Die Renaturierung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Vernetzung und zur Stabilisierung sensibler Lebensräume in der Region. Das Projekt zeigt damit deutlich, wie naturnahe Gewässerentwicklung ökologische Funktionen stärkt, aber auch Landschaftsräume aufwertet und zugleich Identifikation und Akzeptanz vor Ort schaffen kann – wenn Planung, Umsetzung und Kommunikation zusammengedacht werden.

Ausgangssituation mit den zwei ausgebauten parallel verlaufenden Gräben
Bauzeitlich erfolgte der Abfluss temporär über den rechten der beiden Gräben, während der andere zurückgebaut und das naturnahe Profil modelliert wurde.
Nach Baufertigstellung: Begrünung und Austrieb setzen schnell ein.
Überblick über das gesamte Gewässer mit dem Großteich im Hintergrund, für den der Seegraben eine wichtige Biotopverbundachse ist.
Lebend- und Totfaschinen mit Hinterpflanzungen sowie Wurzelstöcke und Baumstämme dienen zur Ufersicherung und Ufergestaltung.
Inselbuhnen und Rechenbuhne strukturieren den Gewässerlauf.
Vegetationswalzen u.a. mit Blutweiderich sorgen für einen attraktiv blühenden Hochstaudensaum entlang des Seegrabens.
Schon nach kurzer Zeit erinnert kaum noch etwas an die Baustelle und der Seegraben zeigt sich als lebendiges Gewässer.
Rückblick auf die erste Online-Seminarreihe „Gewässermanagement“

Rückblick auf die erste Online-Seminarreihe „Gewässermanagement“

Die Anforderungen an ein modernes Gewässermanagement sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Klimaanpassung, Hochwasserschutz, Förderung der biologischen Vielfalt und der effiziente Einsatz kommunaler Ressourcen müssen heute gemeinsam gedacht und umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund hat Stowasserservice das bundesweit ausgerichtete Online-Seminar „Gewässermanagement“ durchgeführt.

Das Seminar richtete sich an Mitarbeitende aus Kommunen, Behörden und Fachinstitutionen, die in der Gewässerunterhaltung und -entwicklung tätig sind. Ziel war es, fachliche Kompetenzen zu vertiefen, aktuelle Themen zu diskutieren und durch Vernetzung zum Erfahrungsaustausch beizutragen. Daneben wurde auch an einer gemeinsamen fachlichen und strategischen Basis für Planung, Management und Abstimmungsprozesse gearbeitet.

Ein zentraler Bestandteil des Seminars war der Einsatz digitaler Werkzeuge für das Gewässermanagement. Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung in die Software PROGEMIS® und deren Anwendungsmöglichkeiten für Planung, Dokumentation und Kommunikation von Maßnahmen der Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Die Rückmeldungen zeigen, dass die Software als zeitgemäß und funktional wahrgenommen wird. Insbesondere für Kommunen bietet sie neue Möglichkeiten, Maßnahmen am Gewässer strukturierter und zielgerichteter umzusetzen als in den bisherigen Arbeitsweisen.

Hier ein paar Stimmen zum Seminar:

„Mir hat der Kurs auf jeden Fall sehr viel gebracht. Die Funktionen der Software PROGEMIS passen sehr gut zu den Aufgaben und Notwendigkeiten einer Organisation unserer Größe.“

„Das Programm ist sehr intuitiv bedienbar und es hat viele hilfreiche Funktionen, die man kennen muss, wofür eine Einführung, wie z.B. die Teilnahme an diesem Seminar, sehr hilfreich war.„

„Mit Hilfe der Software kann ich mehr Themen und Maßnahmen der Gewässerunterhaltung und Entwicklung umsetzen als bisher in analoger Form. Ich kann gezielter arbeiten, dokumentieren und kommunizieren.“

„Es wurde sich Zeit für die Themen und die Teilnehmerfragen genommen.“

„Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.“

Die nächste Seminarreihe startet im 2. Quartal 2026. Wenn Sie mehr über den detaillierten Inhalt des Seminars erfahren wollen, lesen Sie hier weiter.

Unerwünscht und unverzichtbar?! Ufergehölze zwischen Akzeptanzkonflikten und fachlicher Notwendigkeit

Unerwünscht und unverzichtbar?! Ufergehölze zwischen Akzeptanzkonflikten und fachlicher Notwendigkeit

Ufergehölze zählen zu den prägenden Strukturelementen naturnaher Fließgewässer. Ihre Bedeutung reicht weit über gestalterische und landschaftsästhetische Aspekte hinaus. Für die Gewässerunterhaltung übernehmen sie zentrale ökologische, hydraulische und betriebliche Funktionen. Gleichzeitig stoßen sie bei Anliegern, Bewirtschaftern und Eigentümern häufig auf Ablehnung. Gehölze werden als hinderlich wahrgenommen, verschatten angrenzende Flächen oder gelten als zusätzlicher Pflegeaufwand. Dieses Spannungsfeld prägt den Alltag vieler Unterhaltspflichtiger und stellt eine zentrale Herausforderung für eine langfristig tragfähige Gewässerbewirtschaftung dar.

Funktionen der Ufergehölze

Ufergehölze beeinflussen maßgeblich die physikalischen und biologischen Prozesse im Gewässer. Durch ihre Beschattung begrenzen sie die Erwärmung des Wassers, stabilisieren den Sauerstoffhaushalt und verbessern die Lebensbedingungen für zahlreiche Organismen. Gleichzeitig hemmen beschattete Uferbereiche das Wachstum krautiger Vegetation, die sich in offenen Abschnitten rasch ausbreitet, den Abflussquerschnitt einengt und den Unterhaltungsaufwand erhöht. Über ihre Wurzelsysteme stabilisieren Gehölze die Ufer, mindern Erosion und reduzieren Uferabbrüche. Laubfall, Totholz und strukturreiche Wurzelbereiche erhöhen die Vielfalt der Lebensräume und stärken den Biotopverbund. Damit leisten Ufergehölze einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der ökologischen Ziele der Wasserrahmenrichtlinie.

Darüber hinaus prägen Ufergehölze das Orts- und Landschaftsbild. Sie gliedern den Raum, schaffen Übergänge zwischen Wasser und Land und erhöhen die strukturelle Vielfalt in der Landschaft. Als lineare Elemente stärken sie die Wahrnehmbarkeit des Gewässers und tragen zur Identität von Landschaftsräumen bei. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Kohlenstoff binden, das lokale Mikroklima ausgleichen und durch Beschattung kühlend auf Gewässer und Umgebung wirken. Damit unterstützen sie sowohl die Lebensqualität für den Menschen als auch die Anpassung an klimatische Extremereignisse.

Bedeutung für den Unterhaltungsaufwand

Auch aus betrieblicher Sicht besitzen Ufergehölze eine hohe Bedeutung. In unbeschatteten Abschnitten wachsen Schilf, Rohrkolben und andere wüchsige Arten schnell in den Gewässerquerschnitt hinein, fördern Verlandungsprozesse und beeinträchtigen den Wasserabfluss. Durch Beschattung werden diese Pflanzen und damit der Bedarf an regelmäßigem Mähen und Krauten deutlich reduziert. Fachgerecht entwickelte und zurückhaltend gepflegte Ufergehölze können den Unterhaltungsaufwand somit nachhaltig reduzieren, ohne den Hochwasserabfluss grundsätzlich zu behindern. Voraussetzung dafür ist eine fachgerechte und zurückhaltende Pflege, die die Funktionen der Gehölze erhält und ihre langfristige Entwicklung sichert. Mehr zur Pflege von Ufergehölzen können Sie in unseren bisherigen Beiträgen nachlesen. Informationen, wie Sie über angepasste Planung und Zielvegetation von vornherein Akzeptanz ermöglichen, erfahren Sie in einem unserer nächsten Beiträge.

Herausforderung Kommunikation

Dennoch sind trotz klarer fachlicher und rechtlicher Grundlagen Konflikte in der Praxis häufig. Befürchtungen zu Flächenverlust, Verschattung oder zusätzlichem Pflegeaufwand überlagern oft die funktionalen Vorteile. Erfahrungen aus Planung und Umsetzung zeigen, dass ökologische und rechtliche Argumente allein selten ausreichen. Entscheidend sind transparente Kommunikation, die frühzeitige Einbindung betroffener Akteure und nachvollziehbare Pflegekonzepte. Ufergehölze sollten nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Beitrag zur stabilen Gewässerentwicklung und Reduzierung des langfristigen Unterhaltungsaufwands vermittelt werden.

Das Augenmerk ist also vielmehr auf gute Kommunikation zu richten als auf das Fachwissen rund um die Gehölze. Dabei haben sich folgende Grundsätze bewährt:

  • frühzeitige und offene Einbindung von Anliegern, Eigentümern und Bewirtschaftern
  • Dialog auf Augenhöhe mit wertschätzender, fachlich fundierter Argumentation
  • klare und verbindliche Absprachen zu Zuständigkeiten und Abläufen
  • transparente Darstellung von Entscheidungen, Maßnahmen und deren Grundlagen

Treten dennoch Konflikte auf, helfen sachliche Aufnahme von Kritik, Ernstnehmen der Bedenken, fachliche Untermauerung durch Gutachten oder rechtliche Grundlagen sowie die Prüfung von Anpassungen der Maßnahmen. Getroffene Vereinbarungen sollten dazu stets schriftlich festgehalten werden.

Fazit

Ufergehölze sind ein unverzichtbarer Bestandteil eines zukunftsfähigen Gewässermanagements. Sie verbinden ökologische Funktionen, Klimaschutz und landschaftliche Qualität mit wirtschaftlichen Vorteilen für die Kommunen. Voraussetzung für ihren dauerhaften Erhalt ist ein Umgang, der fachliche Anforderungen mit Akzeptanz, Kommunikation und nachvollziehbarer Pflege verbindet. Nur so lassen sich Konflikte reduzieren und Gewässer als lebendige und lebenswerte Bestandteile des Lebensumfeldes wahrnehmen.

Ohne Beschattung wächst das Gewässerprofil komplett zu, der Wasserabfluss wird stark behindert und es muss mindestens einmal jährlich aufwändig und kostenintensiv gemäht und freigeräumt werden.
In einem beschatteten Gewässer wachsen so gut wie keine krautigen Pflanzen, das Wasser ist schön kühl und es müssen kaum Maßnahmen zur Freihaltung des Abflusses durchgeführt werden.
In alle geplanten Maßnahmen sollten die betroffenen Akteure wie Eigentümer, Anlieger und Bewirtschafter frühzeitig eingebunden werden.
Bei fachgerechter Planung und Pflege (z.B. „Auf-den-Stock-setzen“) können Gehölze so entwickelt werden, dass wenig Auswirkungen auf angrenzende Nutzungen entstehen.
Bei diesem Beispiel für eine Maßnahme im Rahmen der Gewässerunterhaltung konnte der innerörtliche Abschnitt die notwendige Abflussleistung nicht mehr erfüllen.
Durch einfache Modellierungsarbeiten und Anlage eines schmalen, einseitigen Ufergehölzbestandes kann das Gewässer mit seinen Ufergehölzen die notwendigen Funktionen erfüllen, und angrenzende Nutzungen wie diese Straße werden nicht beeinträchtigt.

Frohe Weihnachten wünschen Stowasserplan und Stowasserservice!

Seegraben in Niesky
Tauchnitzgraben Gemeinde Lossatal
Pleißenbach in Chemnitz
Pösgraben in Großpösna

Gewässerentwicklungsplan Roter Graben: Wie Dresden Synergien von Naturschutz, Hochwasserschutz und Siedlungsentwässerung nutzt!

Gewässerentwicklungsplan Roter Graben: Wie Dresden Synergien von Naturschutz, Hochwasserschutz und Siedlungsentwässerung nutzt!

Wenn verschiedene wasserwirtschaftliche Aufgaben – vom Hochwasserschutz über die ökologische Entwicklung bis zur Siedlungsentwässerung – gemeinsam gedacht werden, kann deutlich mehr als in Summe der Einzelplanungen erreicht werden. Genau diesen Ansatz verfolgt die Landeshauptstadt Dresden mit dem integrierten Gewässerentwicklungsplan für das Einzugsgebiet des Roten Grabens. Zwischen September 2021 und August 2025 wurde für die 31,2 km Fließgewässer 2. Ordnung sowie 16 Standgewässer im Untersuchungsgebiet ein Konzept erarbeitet, das einem Grundgedanken folgt: Nur wenn ökologische, hydraulische und stadttechnische Anforderungen zusammengeführt werden, können Mehrwerte geschaffen werden und zukunftsfähige Lösungen entstehen. Deshalb basiert das Konzept auf mehreren Leitprinzipien und nutzt zur Erfassung aller Bestände und Potenziale sowie der Planung von Maßnahmen moderne Tools wie PROGEMIS®.

Gewässerentwicklung – Natur stärken, Vielfalt fördern

Durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen entstehen an Fließ- wie auch Standgewässern:

  • naturnahe Strukturen, verbesserte Gewässerräume und durchgängige Laufstrecken, die als hochwertige Lebensräume dienen,
  • mehr Biodiversität,
  • resiliente Ökosysteme entlang des gesamten Gewässerlaufes,
  • Erlebnisbereiche an Gewässern als soziokulturelle Ökosystemleistung.

Die festgelegten Maßnahmen orientieren sich an Entwicklungszielen nach dem Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzept und unterstützen sowohl die WRRL-Zielerreichung als auch lokale ökologische Prioritäten.

Hochwasserschutz – Sicherheit durch natürliche Prozesse

Hochwasserschutz funktioniert heute am besten, wenn er alle Landschaftsbestandteile sinnvoll integriert. Für den Roten Graben entstehen Synergien u. a. durch:

  • ganzheitliche Betrachtung des Einzugsgebiets,
  • neue oder erweiterte Retentionsräume,
  • verbesserte Abflussdynamik,
  • Entlastung neuralgischer Bereiche,
  • Reduktion hydraulischer Spitzen.

Naturnahe Gewässerentwicklung wirkt damit nicht nur ökologisch, sondern auch als nachhaltige Schutzmaßnahme.

Siedlungsentwässerung – Kanalnetz entlasten, Mischwasser reduzieren

Durch die Verknüpfung mit der Siedlungsentwässerung ergeben sich zusätzliche Vorteile:

  • Reduzierung von Einleitmengen in den Roten Graben,
  • Entlastung der Kanalisation bei Starkregen,
  • bessere Abstimmung zwischen Oberflächenabfluss, Gewässer und kommunaler Infrastruktur.

Gerade im urban geprägten Raum ist diese Dreifachintegration ein entscheidender Schritt hin zu klimaresilienten Städten.

Ein Konzept, das Kosten spart und gleichzeitig Zukunft gestaltet

Durch die integrierte Maßnahmenplanung entstehen nicht nur ökologische und hydraulische Vorteile, sondern auch wirtschaftliche:

  • Maßnahmen können mehrfach wirken und sind besser miteinander abgestimmt,
  • Flächen werden effizient genutzt,
  • Überschneidungen werden vermieden,
  • investive Mittel werden optimal eingesetzt.

Mit dem integrierten Gewässerentwicklungsplan für den Roten Graben setzt Dresden ein starkes Zeichen und entwickelt nachhaltige Lösungen, die Natur, Stadt und Menschen gleichermaßen zugutekommen.

Naturnaher Gewässerabschnitt des Roten Grabens in der Dresdner Heide
Roter Graben in schmalem Kastenprofil oh. Badstraße im Ortsteil Langebrück. Geplant ist hier die Herstellung eines naturnahen Gewässerprofils mit Profilaufweitung zur Verbesserung der Abflussleistung und des ökologischen Zustandes.
Roter Graben in Kastenprofil uh. Einmündung Forellenbach. Hier sind der Rückbau der Ufermauern und eine naturnahe Gestaltung vorgesehen.