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Für eine zukunftsfähige Gewässerunterhaltung und -entwicklung im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Bodenverbands Torgau wird ein integriertes Gewässerunterhaltungs- und -entwicklungskonzept (iGK) erarbeitet. Es bildet die strategische Grundlage für eine nachhaltige, effiziente und wirtschaftliche Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung in den kommenden Jahren. Dabei berücksichtigt das Konzept sowohl die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, wie sie im Sächsischen Wassergesetz verankert sind, als auch Belange des Hochwasserschutzes und bestehende Nutzungsansprüche. Ziel ist es, Pflege und Entwicklung der Fließgewässer so zu steuern, dass ökologische Verbesserungen mit einer effizienten Unterhaltung in Einklang stehen.

Im Mittelpunkt steht ein schrittweises, eng mit dem Auftraggeber abgestimmtes Vorgehen, welches als transparente, schlanke und zielgerichtete Planung den gesamten Zuständigkeitsbereich systematisch erfasst. Die formulierten Entwicklungsziele ermöglichen ein vorausschauendes, präventives Handeln. Der Fokus liegt auf Maßnahmen mit Mehrfachnutzen, um durch effiziente Lösungen dauerhaft Kosten zu senken. Besondere Aufmerksamkeit gilt Bereichen mit hohem Handlungsbedarf oder großem Wirkungspotenzial bei vergleichsweise geringem Aufwand. Die Ergebnisse werden im prozessgestützten Gewässermanagement- und Informationssystem PROGEMIS® aufbereitet und bilden damit eine belastbare Basis für die Fortschreibung der Planung.

Die Landesdirektion Sachsen unterstützt das Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 57.263 Euro. Fachlich begleitet wird der Wasser- und Bodenverband Torgau durch die Berater für Gewässerunterhaltung des DVL-Landesverband Sachsen e.V. Nach der gemeinsamen Projektauftaktveranstaltung mit Auftraggeber, beteiligten Fachbehörden und den Bürgermeistern der Verbandskommunen: Torgau, Belgern-Schildau, Dreiheide und Mockrehna hat nun die Bearbeitung begonnen. Aktuell sind die Mitarbeitenden von Stowasserplan im Verbandsgebiet unterwegs und erfassen die rund 280 Kilometer Gewässer als fachliche Grundlage für das integrierte Gewässerentwicklungskonzept.

Typisch für Nordsachsen: begradigte, unbeschattete Gewässer mit dichtem Aufwuchs an Schilf und Hochstauden, die den Abfluss deutlich behindern können.
Zwischendrin entdeckt man auch immer wieder Bereiche mit wunderbaren, naturnahen Strukturen.
Solche stark eingetieften Regelprofile in der freien Landschaft sind ökologisch fragwürdig und dazu aufwändig zu pflegen.
An nur gering eingetieften und extensiv genutzten Abschnitten kann mit wenig Aufwand viel ökologische Verbesserung erreicht werden.
Daneben muss man sich auch der Frage widmen, wie man mit innerörtlichen Abschnitten, die geprägt sind von Engstellen, Bauwerken, angrenzender Bebauung, Straßen und Infrastruktur, umgeht.
Und auch die Verockerung der Gewässer durch eisenhaltige Bodenschichten ist ein Thema, welches man vielfach antrifft und zu lebensfeindlichen Bedingungen im Gewässer führt.
Dr.-Ing. Andreas Stowasser