von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Montag, 30 Mai, 2022 | Aktuelles, Allgemein, Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie, Veranstaltungen
Am 16. und 17. März 2022 fand das erste Bauseminar zur Renaturierung der Lossa bei Heyda statt. Es ist Bestandteil des Pilotprojekts „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ des BUND Sachsen zur Umsetzung des ersten Wildkatzenkorridors in Sachsen. An zwei Tagen wurden neben Erdarbeiten zur Modellierung geschwungener Seitenarme verschiedene ingenieurbiologische Bauweisen zur strukturellen Aufwertung des Lossabachs, zur Initiierung von Eigendynamik und zur Vegetationsentwicklung eingebaut. Dank hervorragender Organisation durch Frau Almut Gaisbauer, der Projektleiterin des Rettungsnetz Wildkatze beim BUND Sachsen, der Bauleitung durch Herrn Dr. Andreas Stowasser vom Büro Stowasserplan GmbH CO. KG, der technischen Unterstützung durch Herrn Stegemann vom Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V. sowie der hochmotivierten und engagierten Manpower der Beteiligten konnten sämtliche Maßnahmen des geplanten Teilabschnittes erfolgreich an diesen beiden Tagen umgesetzt werden.
Einen Eindruck über die Ereignisse der beiden Tage, die angewandten Bauweisen sowie einen Impuls für die noch folgenden Veranstaltungen geben die nachfolgenden Fotos.

Weitere Informationen auf den Seiten des BUND Sachsen e. V.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Freitag, 18 Februar, 2022 | Aktuelles, Ingenieurbiologie, Ingenieurbiologie - Ausschreibung, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Ingenieurbiologie - Erfolgskontrolle, Literatur
Nachdem im Juni 2020 der erste Teil des DWA-Merkblattes M 620 zur Einführung der Ingenieurbiologie im naturnahen Wasserbau erschienen ist, kann ab sofort auch der zweite Teil in der Praxis genutzt werden. Das Merkblatt DWA-M 620-2 vermittelt anschaulich alle mit der Planung und Ausführung ingenieurbiologischer Bauweisen verbundenen Aspekte. Es benennt Standards für den Leistungsumfang bei der Grundlagenermittlung und Vorplanung, der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Ausschreibung und Vergabe. Außerdem wird erläutert, wie die Bauüberwachung organisiert sein sollte und worauf in der Ausführung und Pflege besonders zu achten ist. Schließlich ermöglicht erst die fachgerechte Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt die erfolgreiche Etablierung der Bauweisen und die Entwicklung stabiler Vegetationsbestände. Hinweise zur Erfolgskontrolle ergänzen die Darstellungen und helfen auch langfristig bei der Qualitätssicherung in Planung und Umsetzung ingenieurbiologischer Bauweisen.
Das Merkblatt DWA-M 620-2 erleichtert die Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen, die einen Planungsprozess mit aufeinander folgenden Leistungsphasen erfordern. Aber auch im Rahmen der Gewässerunterhaltung ist es möglich, zur Verbesserung der Gewässerstruktur oder zur Erleichterung der Gewässerunterhaltung und Ufersicherung auf ingenieurbiologische Bauweisen zurückzugreifen. Das Merkblatt vermittelt hierfür die notwendigen Grundlagen zur einfachen Planung und Umsetzung von ingenieurbiologischen Bauweisen, die vom Unterhaltungslastträger selbst umgesetzt werden können.

Merkblatt DWA-M 620-2
Das maßgeblich von der Stowasserplan GmbH & CO. KG mit erarbeitete Merkblatt DWA-M620-2 ist ab sofort im Webshop der DWA erhältlich.
Zur Erinnerung: DWA-M 620-1 Grundlagen und Bauweisenauswahl
Der erste Teil des Merkblattes DWA-M-620 beschäftigt sich mit der Einführung in das Thema Ingenieurbiologie. Dabei werden die Grundprinzipien zur Wirkung und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau dargestellt. Es werden die wichtigsten abiotischen, biotischen und anthropogenen Rahmenbedingungen erläutert, die bei der Anwendung und Auswahl zu beachten sind. Mit der Beschreibung der erforderlichen Herstellungsmaterialien, dem Zusammenwirken lebender und unbelebter Baustoffe und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bauweisenauswahl gibt es umfassende Hinweise zum Umgang mit dem Lebendmaterial. Eine Methodik zur Auswahl geeigneter Bauweisen aufgrund der Rahmenbedingungen am Einbauort und nicht zuletzt der Bauweiseneigenschaften rundet die Veröffentlichung ab.

Merkblatt DWA-M 620-1
Das Merkblatt DWA-M620-1 ist seit Juni 2020 im Webshop der DWA erhältlich.
Ausblick: DWA-M 620-3 Bauweisenbemessung und Anwendungsbeispiele
Der dritte Teil des Merkblattes DWA-M-620 wird sich mit den Möglichkeiten der Nachweisführung und Bemessung bei der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen, Berechnungsbeispielen und Anwendungsbeispielen beschäftigen.
Das Merkblatt DWA-M620-3 ist noch in Bearbeitung.
von Josefin Mewes | Dienstag, 14 Dezember, 2021 | Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Projektschwerpunkte
Die Selb ist in keinem guten ökologischen Zustand – unter anderem durch das strukturlose, stark verbaute und naturferne Gewässerprofil.
Dies war Anlass des Wasser- und Wirtschaftsamtes Hof unter Leitung der Stowasser GmbH & Co. KG Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung im Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Selb durchzuführen. Wichtigste Ziele der Umgestaltung waren die ökologische Aufwertung und Strukturverbesserung, die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit sowie eine Verbesserung der Erlebbarkeit des Gewässers. Mit der Renaturierung des Selbbachs möchte das Wasserwirtschaftsamt Hof aber auch erreichen, dass der Selbbach nicht mehr nur der Entwässerung und Ableitung von Abwasser dient, sondern als Lebensraum wieder heimische standorttypische Tier- und Pflanzenarten beherbergt und den Einwohnern als Ort der naturnahen Erholung dient.
Die ausgeführten Arbeiten zur Gewässerrenaturierung umfassten im Einzelnen folgende Maßnahmen:
- Rückbau von Uferbefestigungen, Sohlpflasterungen sowie einem Sohlabsturz
- Hydraulische Ertüchtigung des Fließquerschnitts mit Aufweitung und Abflachung der Uferbereiche
- Neuprofilierung von Teilbereichen des Gewässers entsprechend dem Gewässertyp
- Einbau von ingenieurbiologischen Bauweisen zur naturnahen Sohl- und Ufersicherung
- Einbau von ingenieurbiologischen Bauweisen zur Initiierung von Eigendynamik
- Einbau von Strukturelementen, wie Buhnen, Totholz und Belebungssteinen
- Anlage standortgerechter Ufergehölzbestände und Bepflanzungen
- Herstellung von Naturerlebnisbereichen mit Sitzsteinen, Sitzstämmen, Lesesteinwegen, Weidenlabyrinth und Insektenhotel
Das Wasserwirtschaftsamt Hof dokumentiert die Baumaßnahmen und aktualisiert sie stetig auf einer eigens dafür geschaffenen Website. Lesen Sie hier dazu mehr.
Oder schauen Sie sich per Drohnenflug den neu gestalteten Gewässerlauf an:
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Mehr Informationen
Hier sind noch ein paar Eindrücke in einer kleinen Bildergalerie:

von Josefin Mewes | Freitag, 10 Juli, 2020 | Aktuelles, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie
Zwischen April 2016 und Dezember 2018 wurde im Rahmen einer Unterhaltungsmaßnahme eine 400 m lange Teilstrecke des Rheins bei Karlsruhe-Daxlanden (km 358,840 bis km 359,240) saniert und naturnah gesichert. Dabei wurden die Potenziale und Möglichkeiten technisch-biologischer Ufersicherungen an großen und schiffbaren Gewässern genutzt. Bauherr war das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim. Die Planung und Bauoberleitung der Ufersanierungsmaßnahme erfolgte durch die Stowasserplan GmbH & Co. KG. Bereits im Jahr 2012 konnte in dieser Zusammenarbeit die ingenieurbiologische Versuchsstrecke am Rhein (km 440,600 bis km 441,600) erfolgreich fertiggestellt werden.
Vor dem Hintergrund der veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Bundeswasserstraßen und die Umsetzung der EG-WRRL wurden als naturnahe, technisch-biologische Ufersicherungen begrünte Steinschüttungen mit Weidensetzstangen und Buschlagen sowie begrünte Blockbuhnen und ein Fischunterstand eingebaut. Am Ufer des Rheins müssen diese Bauweisen mit denkbar schwierigen Bedingungen zurechtkommen: geringer Abstand zur Fahrtrinne (20,0m), schiffsinduzierte Belastung (Primär- und Sekundärwellen) auf die Uferböschung und hohe Wasserspiegelschwankungen. Dennoch sollen die naturnahen Bauweisen nicht nur das Ufer sichern, sondern gleichzeitig auch zur Strukturverbesserung der ausgebauten und bisher überwiegend mit gepflastertem Deckwerk verbauten Rheinböschung beitragen.
Der in der nunmehr dritten Vegetationsperiode erreichte Zustand verspricht einen Erfolg der Baumaßnahme mit den technisch-biologischen Ufersicherungen. Die Bildergalerie gibt einen kleinen Eindruck dazu wieder:
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- Vor der Baumaßnahme war der Rhein mit gepflastertem Deckwerk technisch ausgebaut.
Vor der Baumaßnahme war der Rhein mit gepflastertem Deckwerk technisch ausgebaut.
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- Die Umgestaltungsarbeiten wurden vom Land und vom Wasser her ausgeführt.
Die Umgestaltungsarbeiten wurden vom Land und vom Wasser her ausgeführt.
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- Die Ufersicherung erfolgte technisch-biologisch mit begrünter Steinschüttung.
Die Ufersicherung erfolgte technisch-biologisch mit begrünter Steinschüttung.
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- In die Steinschüttung wurden als Begrünung Buschlagen und Setzstangen eingebaut.
In die Steinschüttung wurden als Begrünung Buschlagen und Setzstangen eingebaut.
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- Weidensetzstangen und Buschlagen bilden Wurzeln und treiben aus.
Weidensetzstangen und Buschlagen bilden Wurzeln und treiben aus.
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- Aus den Bauweisen entwickelt sich schließlich ein Uferweidengebüsch.
Aus den Bauweisen entwickelt sich schließlich ein Uferweidengebüsch.
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- Aufgrund hydraulischer Anforderungen wurden Buschlagen und Setzstangen diagonal eingebaut.
Aufgrund hydraulischer Anforderungen wurden Buschlagen und Setzstangen diagonal eingebaut.
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- Schon zwei Jahre später sind die Bauweisen kaum noch zu erkennen.
Schon zwei Jahre später sind die Bauweisen kaum noch zu erkennen.
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- Zur Strukturierung wurde eine begrünte Blockbuhne mit Fischunterstand gebaut.
Zur Strukturierung wurde eine begrünte Blockbuhne mit Fischunterstand gebaut.
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- Im Fischunterstand bildet sich eine strömungsberuhigte Zone.
Im Fischunterstand bildet sich eine strömungsberuhigte Zone.
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- Bei niedrigem Wassserspiegel werden die eigendynamischen Strukturen sichtbar.
Bei niedrigem Wassserspiegel werden die eigendynamischen Strukturen sichtbar.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website der Stowasserplan GmbH & Co. KG.
Informationen zur ingenieurbiologischen Versuchsstrecke am Rhein finden Sie im Blogbeitrag.
von Josefin Mewes | Mittwoch, 5 Juni, 2019 | Aktuelles, Ingenieurbiologie, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Veranstaltungen
Am 17. April 2019 führte die Stowasserplan GmbH & Co. KG für kommunale Angestellte und Mitarbeiter aus zwölf Gemeinden und Pflegeverbänden ein Seminar zur Anwendung von ingenieurbiologischen Bauweisen im naturnahen Wasserbau durch. In einem ausführlichen Artikel berichtete die Leipziger Volkszeitung über die Veranstaltung.
Mehr dazu lesen Sie hier …