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Merkblatt DWA-M 620-2 als Weißdruck neu erschienen

Nachdem im Juni 2020 der erste Teil des DWA-Merkblattes M 620 zur Einführung der Ingenieurbiologie im naturnahen Wasserbau erschienen ist, kann ab sofort auch der zweite Teil in der Praxis genutzt werden. Das Merkblatt DWA-M 620-2 vermittelt anschaulich alle mit der Planung und Ausführung ingenieurbiologischer Bauweisen verbundenen Aspekte. Es benennt Standards für den Leistungsumfang bei der Grundlagenermittlung und Vorplanung, der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Ausschreibung und Vergabe. Außerdem wird erläutert, wie die Bauüberwachung organisiert sein sollte und worauf in der Ausführung und Pflege besonders zu achten ist. Schließlich ermöglicht erst die fachgerechte Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt die erfolgreiche Etablierung der Bauweisen und die Entwicklung stabiler Vegetationsbestände. Hinweise zur Erfolgskontrolle ergänzen die Darstellungen und helfen auch langfristig bei der Qualitätssicherung in Planung und Umsetzung ingenieurbiologischer Bauweisen.

Das Merkblatt DWA-M 620-2 erleichtert die Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen, die einen Planungsprozess mit aufeinander folgenden Leistungsphasen erfordern. Aber auch im Rahmen der Gewässerunterhaltung ist es möglich, zur Verbesserung der Gewässerstruktur oder zur Erleichterung der Gewässerunterhaltung und Ufersicherung auf ingenieurbiologische Bauweisen zurückzugreifen. Das Merkblatt vermittelt hierfür die notwendigen Grundlagen zur einfachen Planung und Umsetzung von ingenieurbiologischen Bauweisen, die vom Unterhaltungslastträger selbst umgesetzt werden können.

Merkblatt DWA-M 620-2

Merkblatt DWA-M 620-2

Das maßgeblich von der Stowasserplan GmbH & CO. KG mit erarbeitete Merkblatt DWA-M620-2 ist ab sofort im Webshop der DWA erhältlich.

Zur Erinnerung: DWA-M 620-1 Grundlagen und Bauweisenauswahl

Der erste Teil des Merkblattes DWA-M-620 beschäftigt sich mit der Einführung in das Thema Ingenieurbiologie. Dabei werden die Grundprinzipien zur Wirkung und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau dargestellt. Es werden die wichtigsten abiotischen, biotischen und anthropogenen Rahmenbedingungen erläutert, die bei der Anwendung und Auswahl zu beachten sind. Mit der Beschreibung der erforderlichen Herstellungsmaterialien, dem Zusammenwirken lebender und unbelebter Baustoffe und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bauweisenauswahl gibt es umfassende Hinweise zum Umgang mit dem Lebendmaterial. Eine Methodik zur Auswahl geeigneter Bauweisen aufgrund der Rahmenbedingungen am Einbauort und nicht zuletzt der Bauweiseneigenschaften rundet die Veröffentlichung ab.

Merkblatt DWA-M 620-1

Merkblatt DWA-M 620-1

Das Merkblatt DWA-M620-1 ist seit Juni 2020 im Webshop der DWA erhältlich.

Ausblick: DWA-M 620-3 Bauweisenbemessung und Anwendungsbeispiele

Der dritte Teil des Merkblattes DWA-M-620 wird sich mit den Möglichkeiten der Nachweisführung und Bemessung bei der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen, Berechnungsbeispielen und Anwendungsbeispielen beschäftigen.

Das Merkblatt DWA-M620-3 ist noch in Bearbeitung.

Von der Müllkippe zum Tierparadies | Elbseitenarm Dresden-Zschieren

Unter dieser Titelzeile veröffentlichte die Sächsische Zeitung am Dienstag, dem 12. November einen Artikel zur Entwicklung des wiederhergestellten Elbaltarmes in Dresden-Zschieren. Dieses von der Stowasserplan GmbH & Co. KG geplante und betreute Projekt wurde im Dezember 2014 fertiggestellt. Unzählige Kubikmeter Schutt und Erdmassen wurden seinerzeit bewegt, um den alten Elbarm wieder freizulegen. Es freut uns sehr, dass die Untersuchungen des Umweltamts der Landeshauptstadt Dresden den Erfolg unserer Planung und der umgesetzten Maßnahmen eindrucksvoll belegen. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich das Gewässer so hervorragend entwickelt, dass sich neben den eingebauten Weiden und den gepflanzten Gehölzen unzählige weitere Pflanzen- und Tierarten angesiedelt haben. Für einen überzeugenden Einblick in dieses neu geschaffene Tierparadies hat die Sächsische Zeitung einen kurzen Videofim gedreht.

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Mehr Informationen

Zum Artikel der Sächsischen Zeitung gelangen Sie hier …

Weitere Eindrücke und Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage der der Stowasserplan GmbH & Co. KG sowie im Gewässerblog in den folgenden Beiträgen:

… Blogbeitrag vom 10.11.2017 zu Einblicken in die Entwicklung des wiederangebundenen Elbseitenarms in Dresden-Zschieren

… Blogbeitrag vom 17.03.2014 über den Elbaltarm “JETZT ist Zeit für frisches Grün!” | Welche Vorteile bringt der Einbau ingenieurbiologischer Bauweisen im Frühjahr?

 

Einblicke in die Entwicklung eines wiederangebundenen Elbseitenarms in Dresden-Zschieren

Einblicke in die Entwicklung eines wiederangebundenen Elbseitenarms in Dresden-Zschieren

Wie sieht der Elbseitenarm drei Jahre nach Baufertigstellung aus?

Mündung des Elbseitenarmes in die ElbeNachdem die Baustelle im Dezember 2014 abgeschlossen wurde, hat uns das schöne Herbstwetter Mitte Oktober zu einem Wochenendspaziergang nach draußen gelockt.
Wir waren neugierig – drei Jahre später – was ist alles passiert?
… und es ist außerordentlich viel passiert!!!

Auf den Uferböschungen entwickelt sich ein stabiler Gehölzsaum, die Uferbereiche sind mit unterschiedlichsten Hochstauden gesäumt. Wenn man nicht weiß, dass hier vor drei Jahren nach Abschluss der Bauarbeiten noch nichts Grünes zu sehen war, ist es beeindruckend, was die Natur in der vergleichsweise kurzen Zeit geschaffen hat. Von vier verschiedenen Blickpunkten aus zeigen die Fotos die Entwicklung des Elbseitenarms in Dresden-Zschieren.

Blickpunkt 1 – Der Mündungsbereich

Blickpunkt 2 – Blick über den Elbseitenarm von der Mündung aus

Blickpunkt 3 – Blick vom Elberadweg in Fließrichtung

Blickpunkt 4 – Blick vom Elberadweg entgegen der Fließrichtung

Ingenieurbiologie verblüfft immer wieder

Ingenieurbiologie verblüfft immer wieder

Folgenden Beitrag zur Entwicklung der Bauweisen an einem Prallhang der Freiberger Mulde bei Nossen haben wir kürzlich von unserem Auftraggeber erhalten:

[…] ich war kürzlich wieder mal in Nossen am Prallhang. Bei dieser Gelegenheit habe ich die beigefügten Bilder gemacht. Ich war schon erstaunt, wie dort alles wächst und gedeiht.

Ufersicherung und Strukturverbesserung mit inklinanten Buhnen an der Roda in Laasdorf

Ufersicherung und Strukturverbesserung mit inklinanten Buhnen an der Roda in Laasdorf

Trotz massivem Uferverbau an einer fast 90° Krümmung schaffen inklinante Buhnen in Verbindung mit einer begrünten Steinschüttung ein Mindestmaß an Gewässerstrukturen. Sehr wenig Platz durch die Begrenzung des Gewässerbettes durch Privatgrundstücke erforderte die Ufersicherung durch einen mit Strauchweiden, Pfaffenhütchen, Haselnuss und Wasserschneeball begrünten Steinsatz.

Buhnen im Bau an der Roda in Laasdorf

Eigentlich gehört ein derartig massiver Steinverbau, wie an den Ufern der Roda in Laasdorf (siehe Video-Hochwasser 2013 an der Roda ohne Buhnen), nicht in die Fließgewässerlandschaft „Holozäne Aufschüttung der Aue“ (TH-B, Import aus SOFIE® SITE). Aber nach fast zwei Jahren zähen Ringens konnten der Roda rechts und links nur wenige Meter zusätzliche Fläche von den angrenzenden Privatgrundstücken zur Verfügung gestellt werden. Das Gleitufer konnte wenigstens teilweise abgeflacht werden und erhielt aufgrund der hohen hydraulischen Belastung ein Buschbauleitwerk als Ufersicherung. Am Prallhang blieb aufgrund der erforderlichen hydraulischen Leistungsfähigkeit nur ein sehr steiler Verbau in Form des Steinsatzes. Als Verwitterungsprodukt des Bundsandsteins ist die Sohle der Roda über weite Abschnitte durch Feinsande geprägt. Die machen eine stabile Gründung des Steinsatzes nicht gerade einfach. Aufgrund des ausgeprägten Prallhanges besteht auch bei fachgerechter und tiefer Gründung der Fußsteine des Steinsatzes die Gefahr, dass sich im lockeren Sand eine Tiefenrinne unmittelbar am Fuß des Prallhanges ausbildet. Dies kann bei Extremereignissen zur Ausspülung der Fußsicherung bzw. zur Unterspülung des Steinsatzes und damit zum Einstürzen und Versagen der Ufersicherung führen.

Video-Hochwasser 2013 an der Roda ohne Buhnen

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Mit dem Einbau inklinanter (in Fließrichtung ausgerichteter) Buhnen lässt sich diese Gefahr vermeiden. Und gleichzeitig trotz des Verbaus Gewässerstrukturen schaffen! Die inklinanten Buhnen wirken strömungslenkend, d. h. sie lenken die Strömung weg vom Prallufer in Richtung Bachmitte. Der Böschungsfuß bleibt geschützt, selbst wenn die Buhne überströmt wird. In den strömungsberuhigten Buhnenfeldern kann sich sogar Feinsediment ablagern und es entstehen Flachwasserbereiche anstatt der sonst am Prallhang üblichen Tiefenrinne. Am Buhnenkopf bilden sich im Strömungsabriss Turbulenzen und Wirbel, die Sedimentablagerungen an der Gewässersohle verhindern – dieser Effekt wirkt sogar bis zum gegenüber liegenden Gleithang. Der abflusswirksame Querschnitt bleibt damit trotz der Krümmung auf Dauer gesichert (siehe Video-Inklinante Buhnen an der Roda in Laasdorf – Strömungsabriss und Sedimentation).

Video-Inklinante Buhnen an der Roda in Laasdorf – Strömungsabriss und Sedimentation

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Während der Bauzeit Ende Mai / Anfang Juni 2013 war der Prallhang beim Extremhochwasser 2013, dass an der Roda den Wert eines HQ 100 überschritt, extremen Belastungen ausgesetzt (siehe Video-Hochwasser 2013 an der Roda ohne Buhnen). Entlang des Prallhangs hatte sich im Verlauf des fast drei Tage andauernden Hochwasserereignisses mit mehreren Scheitelwellen eine bis zu 1,2 Meter tiefe Rinne in der sandigen Sohle gebildet. Die Standsicherheit der Uferböschung war entsprechend kritisch. Zum Glück hat der Steinsatz trotz der noch nicht eingebauten Buhnen gehalten. Am Ende der zum Zeitpunkt des Hochwassers noch nicht fertiggestellten Steinverbauung entstand jedoch ein bis zu 3 m hoher Uferabbruch! Die bereits vor dem Hochwasser geplanten inklinanten Buhnen wurden nach dem Ereignis zügig eingebaut (siehe Video-Inklinante Buhnen im Bau an der Roda in Laasdorf).

Video-Inklinante Buhnen im Bau an der Roda in Laasdorf

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Die in den Steinsatz eingebauten Gehölze sind gut angewachsen und erhöhen die Stabilität der Ufersicherung zunehmend. Durch die Buhnen werden kritische Situationen bei Hochwasser effektiv verhindert. Als ich letzen Montag bei einem kleineren Hochwasser an der Roda in Laasdorf war, entstand folgendes Video, auf dem der stömungslenkende Effekt der Buhnen gut zu erkennen ist (siehe Video-Vegetationsentwicklung und Strömungslenkung an der Roda in Laasdorf).

Video-Vegetationsentwicklung und Strömungslenkung an der Roda in Laasdorf

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Renaturierung des Colmnitzer Wiesengrundbachs

Renaturierung des Colmnitzer Wiesengrundbachs

Fast ein Jahr ist seit der naturnahen Umgestaltung des Wiesengrundbachs vergangen. Zwischen Oktober 2012 und April 2013 wurde dem Wiesengrundbach ein neues Gewässerbett gegeben. Der neue, fast 1 km lange Verlauf in der ausgedehnten Wiesenfläche westlich von Klingenberg orientiert sich dabei an der Tiefenlinie im Gelände und entspricht vermutlich dem historischen Gewässerverlauf.

Ehemals begradigt und mit Rasengitterplatten befestigt wurde der alte Verlauf des Wiesengrundbachs nach der Entfernung der Rasengitterplatten teilweise verfüllt. Nur Teilabschnitte blieben erhalten und dienen nun als Vernässungsbereiche und Stillwasserbiotope.

Durch die Gewässerverlegung hat der Wiesengrundbach nun wieder ein naturnahes Bett aus dem er aufgrund des flachen Gewässerprofils auch bei geringfügig erhöhter Wasserführung in die angrenzenden Wiesenflächen ausufern kann. Entlang des Baches entstehen ausgedehnte Vernässungsflächen. Vorhandene Nasswiesenflächen wurden erhalten und in den neuen Bachverlauf bzw. die Gewässerrandstreifen einbezogen.

Bei der Profilierung des Gewässerlaufs wurde von Anfang an auf möglichst viel eigendynamische Entwicklung gesetzt, d. h. es wurde nur vorprofiliert, den Rest „erledigt“ der Wiesengrundbach selbst. So sind innerhalb kürzester Zeit zahlreiche naturnahe Strukturen wie Gleitufer, Kolke, Sedimentbänke, Rohbodenflächen etc. entstanden.

Ingenieurbiologische Bauweisen wurden nur punktuell eingesetzt. Zum einen zur Schaffung erster Strukturen wie Weidengebüsche oder Totholz, zum anderen zur Verhinderung einer Sohleintiefung im Anfangsstadium der eigendynamischen Entwicklung. Hierzu wurden in Abschnitten mit größerem Gefälle Sohlriegel aus Rasensoden eingebaut. An diesen wird einsetzende Tiefenerosion gebremst, ohne dabei die Dynamik insgesamt nennenswert einzuschränken.

Nur im Übergang zwischen neuem und bestehendem Bachbett wurde zur Überbrückung eines stärkeren Sohlgefälles eine Rampe aus Totfaschinen mit seitlicher Sicherung aus Weidenspreitlagen eingesetzt.

Alle ingenieurbiologischen Bauweisen haben sich im letzten Jahr sehr gut entwickelt und sind gut angewachsen. Durch Sukzession entwickelt sich auf den ehemaligen Rohbodenstandorten spontane Gehölzbesiedelung aus Schwarzerle und Weiden.

Das Hochwasser vom Juni 2013 hat die eigendynamische Entwicklung unterstützt, nur vereinzelt musste im Bereich einer landwirtschaftlichen Überfahrt nachgearbeitet werden. Bereits jetzt kann aufgrund der bisher entwickelten Strukturen im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie von einem potenziellen Strahlursprung ausgegangen werden. Das Selbstreinigungsvermögen des Wiesengrundbachs hat sich deutlich verbessert.