von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Mittwoch, 15 März, 2017 | Freiraumgestaltung und Regenwassermanagement, Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie - Vegetationsentwicklung, Literatur, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie
Die Antwort auf diese Frage lautet: Ganz am Anfang einsteigen! Das ganze Große im Blick haben. Oder fachlich ausgedrückt: Nachhaltige Erfolge in der Fließgewässerrenaturierung lassen sich nur erzielen, wenn Konzepte und Maßnahmenplanungen auf Einzugsgebietsebene vorliegen, die dann sukzessive umgesetzt werden. Kleinräumige Maßnahmen auf lokaler Ebene sind daher immer in den Kontext eines Gesamtkonzepts zu stellen!
Was die mit der täglichen Planungspraxis vertrauten Mitstreiter für naturnahe Fließgewässer schon immer vermutet haben, wird nun in einem sehr anschaulichen Bericht über erfolgversprechende Strategien zur effektiven Renaturierung von Fließgewässern von Andrea Sundermann, Senckenberg Gesellschaft, und Matthias Oetken, Goethe-Universität Frankfurt, untermauert. Verfasst wurde die Veröffentlichung im Rahmen des ReWaM Forschungsverbundprojekts und NiddaMan.
Lesen Sie den Bericht und erfahren Sie mehr über effektive Fließgewässerrenaturierung unter folgendem Link: „Strategien zur effektiven Renaturierung von Fließgewässern“ (Niddaman, WissensWert, Nr. 2)

Beispiel Koitzschgraben in Dresden Prohlis – Vor der naturnahen Umgestaltung im Jahr 2011 war der Koitzschgraben ein nahezu gehölzfreier und mit Rasengitterplatten geradlinig ausgebauter Bach.

Der Koitzschgraben zwei Jahre nach Baufertigstellung – Die Renaturierung war Teil eines Konzepts für die naturnahe Umgestaltung des Koitzschgrabens inklusive Wohnumfeldverbesserung. Das Konzept wurde bereits 2002 erstellt und in mehreren Bauabschnitten zwischen 2009 und 2012 durch Stowasserplan umgesetzt.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Freitag, 17 Februar, 2017 | Aktuelles, Freiraumgestaltung und Regenwassermanagement, Ingenieurbiologie, Ingenieurbiologie - Planung, Ingenieurbiologie - Vegetationsentwicklung, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Veranstaltungen
Am 16. und 17. März 2017 finden zum 11. Mal die Dresdner StadtBaumtage statt. Unter Federführung des Instituts für Forstbotanik und Forstzoologie der Technischen Universität Dresden sowie des Dresdner Amts für Stadtgrün und Abfallwirtschaft werden alljährlich aktuelle Fragen zur urbanen Gehölzpflege und -verwendung vorgestellt und diskutiert. Thematischer Schwerpunkt ist immer wieder die Frage, wie man in dem komplexen Gefüge von klimatischen und standörtlichen Bedingungen sowie räumlichen und Nutzungsanforderungen in der Stadt und insbesondere im Straßenraum Gehölze als wesentlichen Bestandteil des Stadtgrüns erfolgreich etablieren, pflegen und erhalten kann.
Für die Lebensqualität in urbanen Räumen ist Stadtgrün von elementarer Bedeutung. Zu seinen Funktionen gehören wirtschaftliche Leistungen wie Ausgestaltung von Baukultur, Erzeugung von Qualität und Ästhetik im Wohn- und Arbeitsumfeld, ökologische Leistungen wie Artenschutz und Erhalt der Biodiversität, Naturerfahrung und Klimavorsorge oder auch soziale Leistungen als Orte der Begegnung und gesellschaftlicher Teilhabe sowie zur Gesundheitsvorsorge.
Zur diesjährigen Tagung wird sich ein Beitrag von Stowasserplan damit beschäftigen, wie man diesen Anforderungen mit den Möglichkeiten der Ingenieurbiologie gerecht werden kann. Es wird anhand bereits umgesetzter Planungen beispielhaft dargelegt, wie man mit lebenden Pflanzen und Pflanzenteilen Stadtgrün etablieren kann, welche Möglichkeiten es gibt und wo Grenzen liegen. Die technischen Funktionen, die ökologischen und ökonomischen Wirkungen sowie die ästhetischen Möglichkeiten der ingenieurbiologischen Bauweisen haben bisher vielfach gezeigt, dass sie in der Lage sind, maßgefertigte Lösungen für Begrünungs- und Bauaufgaben im Sinne eines nachhaltigen Bauens zu liefern. Mittels Ingenieurbiologie könnten somit auch notwendige Kompromisse zwischen Restriktionen, unterschiedlichsten Nutzungserfordernissen und Naturnähe im städtischen Raum vereinbart sowie ausgestaltet werden, um Grün in der Stadt bestmögliche Entwicklungsoptionen zu verschaffen.
-
- Große Mittweida im Jahr 2007 vor Umsetzung der Revitalisierung mittels ingenieurbiologischer Bauweisen
-
- Große Mittweida im Jahr 2015 mit etablierter Ufervegetation aus ingenieurbiologischen Bauweisen
Das gesamte Tagungssprogramm der Dresdner StadtBaumtage finden Sie hier.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Dienstag, 31 Januar, 2017 | Aktuelles, Gewässerentwicklung, Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, Hochwasser, Hochwasserschutz, Projektschwerpunkte, Veranstaltungen
Die Unterhaltung von Gewässern stellt eine kommunale Pflichtaufgabe für die Gemeinden im Freistaat Sachsen dar. So ist auch die Gemeinde Kriebstein für die Pflege und Entwicklung des Mortelbachs zuständig. Aufgrund gesetzlicher Anforderungen müssen neben den Anforderungen des Hochwasserschutzes auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Hochwasservorsorge lässt sich jedoch oftmals sehr gut mit der naturnahen Entwicklung und Gestaltung von Fließgewässern kombinieren. Wo dem Bach ausreichend Raum zur Verfügung steht, kann Hochwasser keinen Schaden anrichten. Gleichzeitig finden heimische Tier- und Pflanzenarten Lebensräume vor und das Landschaftsbild wird bereichert. Ein Gesamtkonzept gewährleistet zudem durch zielgerichtete Unterhaltungsmaßnahmen den effizienten Einsatz vorhandener Finanzmittel.
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (LfULG) beauftragte uns (Planungsbüro Stowasserplan) im Herbst 2016 mit einer Planung für den Mortelbach im Gebiet von Grünlichtenberg. In diesem Entwicklungskonzept sollen Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und –unterhaltung erarbeitet werden, die Hochwasserschutz und Ökologie miteinander verbinden. Dieses Vorgehen soll beispielhaft für weitere Gemeinden in Sachsen sein.

Die Interessen von Anliegern und Gewässerbenutzern sind bei der Konzepterstellung von zentraler Bedeutung. Im Rahmen einer Sitzung des Ortschaftsrates Grünlichtenberg werden daher die Ziele und der aktuelle Stand der Planungen näher erläutert. Fragen können hier gestellt, Anregungen eingebracht und das Projekt mit den Planern und Behördenvertretern diskutiert werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen am 08.03.2017 um 19:00 Uhr an der Projektpräsentation (Mittlere Dorfstr. 7 in 09648 Kriebstein) teilzunehmen.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Dienstag, 25 Oktober, 2016 | Aktuelles, Gedanken und Anregungen, Gewässerentwicklung, Hochwasserschutz, Literatur, Veranstaltungen
Flächensicherung durch Flurbereinigungsverfahren – es könnte so einfach sein …
… aber wie überall steckt der Teufel im Detail. Über die Chancen und Möglichkeiten, das Instrument der Flurbereinigung für die Sicherung der erforderlichen Flächen für eine naturnahe Gewässerentwicklung im Sinne der Zielsetzungen der EG-WRRL zu nutzen, wurde ausführlich im Rahmen von drei Seminaren des LfULG diskutiert.