von Katrin Dachsel | Montag, 30 Mai, 2022 | Aktuelles, Allgemein, Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie, Veranstaltungen
Am 16. und 17. März 2022 fand das erste Bauseminar zur Renaturierung der Lossa bei Heyda statt. Es ist Bestandteil des Pilotprojekts „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ des BUND Sachsen zur Umsetzung des ersten Wildkatzenkorridors in Sachsen. An zwei Tagen wurden neben Erdarbeiten zur Modellierung geschwungener Seitenarme verschiedene ingenieurbiologische Bauweisen zur strukturellen Aufwertung des Lossabachs, zur Initiierung von Eigendynamik und zur Vegetationsentwicklung eingebaut. Dank hervorragender Organisation durch Frau Almut Gaisbauer, der Projektleiterin des Rettungsnetz Wildkatze beim BUND Sachsen, der Bauleitung durch Herrn Dr. Andreas Stowasser vom Büro Stowasserplan GmbH CO. KG, der technischen Unterstützung durch Herrn Stegemann vom Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V. sowie der hochmotivierten und engagierten Manpower der Beteiligten konnten sämtliche Maßnahmen des geplanten Teilabschnittes erfolgreich an diesen beiden Tagen umgesetzt werden.
Einen Eindruck über die Ereignisse der beiden Tage, die angewandten Bauweisen sowie einen Impuls für die noch folgenden Veranstaltungen geben die nachfolgenden Fotos.

Weitere Informationen auf den Seiten des BUND Sachsen e. V.
von Katrin Dachsel | Freitag, 18 Februar, 2022 | Aktuelles, Ingenieurbiologie, Ingenieurbiologie - Ausschreibung, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Ingenieurbiologie - Erfolgskontrolle, Literatur
Nachdem im Juni 2020 der erste Teil des DWA-Merkblattes M 620 zur Einführung der Ingenieurbiologie im naturnahen Wasserbau erschienen ist, kann ab sofort auch der zweite Teil in der Praxis genutzt werden. Das Merkblatt DWA-M 620-2 vermittelt anschaulich alle mit der Planung und Ausführung ingenieurbiologischer Bauweisen verbundenen Aspekte. Es benennt Standards für den Leistungsumfang bei der Grundlagenermittlung und Vorplanung, der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Ausschreibung und Vergabe. Außerdem wird erläutert, wie die Bauüberwachung organisiert sein sollte und worauf in der Ausführung und Pflege besonders zu achten ist. Schließlich ermöglicht erst die fachgerechte Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt die erfolgreiche Etablierung der Bauweisen und die Entwicklung stabiler Vegetationsbestände. Hinweise zur Erfolgskontrolle ergänzen die Darstellungen und helfen auch langfristig bei der Qualitätssicherung in Planung und Umsetzung ingenieurbiologischer Bauweisen.
Das Merkblatt DWA-M 620-2 erleichtert die Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen, die einen Planungsprozess mit aufeinander folgenden Leistungsphasen erfordern. Aber auch im Rahmen der Gewässerunterhaltung ist es möglich, zur Verbesserung der Gewässerstruktur oder zur Erleichterung der Gewässerunterhaltung und Ufersicherung auf ingenieurbiologische Bauweisen zurückzugreifen. Das Merkblatt vermittelt hierfür die notwendigen Grundlagen zur einfachen Planung und Umsetzung von ingenieurbiologischen Bauweisen, die vom Unterhaltungslastträger selbst umgesetzt werden können.

Merkblatt DWA-M 620-2
Das maßgeblich von der Stowasserplan GmbH & CO. KG mit erarbeitete Merkblatt DWA-M620-2 ist ab sofort im Webshop der DWA erhältlich.
Zur Erinnerung: DWA-M 620-1 Grundlagen und Bauweisenauswahl
Der erste Teil des Merkblattes DWA-M-620 beschäftigt sich mit der Einführung in das Thema Ingenieurbiologie. Dabei werden die Grundprinzipien zur Wirkung und Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau dargestellt. Es werden die wichtigsten abiotischen, biotischen und anthropogenen Rahmenbedingungen erläutert, die bei der Anwendung und Auswahl zu beachten sind. Mit der Beschreibung der erforderlichen Herstellungsmaterialien, dem Zusammenwirken lebender und unbelebter Baustoffe und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bauweisenauswahl gibt es umfassende Hinweise zum Umgang mit dem Lebendmaterial. Eine Methodik zur Auswahl geeigneter Bauweisen aufgrund der Rahmenbedingungen am Einbauort und nicht zuletzt der Bauweiseneigenschaften rundet die Veröffentlichung ab.

Merkblatt DWA-M 620-1
Das Merkblatt DWA-M620-1 ist seit Juni 2020 im Webshop der DWA erhältlich.
Ausblick: DWA-M 620-3 Bauweisenbemessung und Anwendungsbeispiele
Der dritte Teil des Merkblattes DWA-M-620 wird sich mit den Möglichkeiten der Nachweisführung und Bemessung bei der Anwendung ingenieurbiologischer Bauweisen, Berechnungsbeispielen und Anwendungsbeispielen beschäftigen.
Das Merkblatt DWA-M620-3 ist noch in Bearbeitung.
von Katrin Dachsel | Donnerstag, 10 Februar, 2022 | Aktuelles, Allgemein, Veranstaltungen
Am 07. Oktober 2021 fand die 10. von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisierte Maschinenvorführung „Technik zur Gewässerunterhaltung“ in Hausstette im Oldenburger Münsterland statt. Mitarbeiter der Stowasserplan GmbH & Co. KG waren vor Ort, um sich über Maschinentechnik der Gewässerunterhaltung zu informieren.
Das Gebiet um Hausstette ist von zahlreichen Wasserläufen durchzogen. In dem weitläufigen Gelände des Fladderkanals finden sich unterschiedliche Entwässerungsgräben sowie eingedeichte Fließgewässer. Dementsprechend vielfältig sind die Querprofile, Uferböschungen und Deichflächen sowie die dazu gehörenden Wasserflächen. Es bieten sich also passende Einsatzverhältnisse für die gesamte Palette der Technik zur Gewässerunterhaltung. Optimale Bedingungen, um Technik und Durchführung von Unterhaltungsmaßnahmen, insbesondere Ufer- und Böschungsmahd, Entfernen von Krautbewuchs, Entschlammen oder Beseitigen von Auflandungen zu präsentieren.
Die dafür angebotene Gerätetechnik wurde im praktischen Einsatz vorgestellt. Die begleitende Informationsschau bot Unterhaltungsverbänden, Bauhöfen, Lohnunternehmern und Landwirten die Möglichkeit, sich über den neuesten Stand der Technik zu informieren. Schwerpunkt der Maschinenvorführung 2021 waren Techniken und Geräte zur schonenden Gewässerunterhaltung. Genau unser Thema!
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Einen Katalog der gezeigten Maschinen können Sie hier anschauen.
Hier sind ein paar Eindrücke in einer kleinen Bildergalerie zusammengestellt:

Bei nicht so rosigen Wetterprognosen erreichten wir am Morgen das Ausstellungsgelände in Hausstette. Gummistiefel waren wichtigstes Ausstattungselement.

Das Interesse an der Veranstaltung war enorm. Die Besucher strömten aus ganz Deutschland und den Niederlanden nach Hausstette.

Präsentiert wurde die gesamte Bandbreite an Gewässerunterhaltungstechnik: Hier wird eine Maschine zur kompletten Grabenberäumung gezeigt.

Besonders wertzuschätzen sind die Bemühungen der Hersteller, flexible und ökologisch hochwertige Anbaugeräte zu entwickeln.

Dabei wurde das Augenmerk besonders auf die Art des Mähwerkes gelegt: hier ein herkömmlicher Schlegelmäher.

Zur ökologischen Modifizerung wurde die Form der Walze angepasst, sowie die Schlegelform geändert und eine feste Montage der Schlegel bevorzugt.

Balkenmäher, die eine besonders schonende Form der Mahd ermöglichen, wurden in verschiedensten Ausführungsvarianten präsentiert.

Bemerkenswert waren auch die Möglichkeiten, bei einer Balkenmahd im gleichen Arbeitsgang das Mahdgut mit aufzunehmen.

Es wurden auch technische Ausführungen vorgestellt, bei denen Mähgut separat beräumt und aufgenommen werden konnte.

Für Bewuchs in unter Wasser stehenden Bereichen wurden flexible kleine Mähkörbe zur schonenden Mahd bzw. Krautung vorgestellt.

Nicht zuletzt wurde auch Spezialtechnik wie Mähboote präsentiert.

Besondere Herausforderung der Gewässerunterhaltung ist meist die Böschungsneigung. Die vorgestellte Technik war bis auf Hangneigungen von 55° ausgelegt.

Zur Verwertung krautigen Mähgutes und verholzten Schnittgutes wurde ein großer Schredder präsentiert, der eine anschließende Kompostierung des Materials ermöglichte.

Alle Maschinen wurden im Einsatz vorgestellt. Das Geländerelief und die Weitläufigkeit ermöglichten den Teilnehmern gute Sichtverhältnisse.

Im persönlichen Gespräch mit den Anbietern konnten individuelle Fragen geklärt und Maschinen selbst ausprobiert werden.

Die Versorgung kam ebenfalls nicht zu kurz und so war es ein an Input reicher Tag für die Mitarbeiter der Stowasserplan GmbH & CO. KG.
von Katrin Dachsel | Dienstag, 14 Dezember, 2021 | Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Projektschwerpunkte
Die Selb ist in keinem guten ökologischen Zustand – unter anderem durch das strukturlose, stark verbaute und naturferne Gewässerprofil.
Dies war Anlass des Wasser- und Wirtschaftsamtes Hof unter Leitung der Stowasser GmbH & Co. KG Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung im Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Selb durchzuführen. Wichtigste Ziele der Umgestaltung waren die ökologische Aufwertung und Strukturverbesserung, die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit sowie eine Verbesserung der Erlebbarkeit des Gewässers. Mit der Renaturierung des Selbbachs möchte das Wasserwirtschaftsamt Hof aber auch erreichen, dass der Selbbach nicht mehr nur der Entwässerung und Ableitung von Abwasser dient, sondern als Lebensraum wieder heimische standorttypische Tier- und Pflanzenarten beherbergt und den Einwohnern als Ort der naturnahen Erholung dient.
Die ausgeführten Arbeiten zur Gewässerrenaturierung umfassten im Einzelnen folgende Maßnahmen:
- Rückbau von Uferbefestigungen, Sohlpflasterungen sowie einem Sohlabsturz
- Hydraulische Ertüchtigung des Fließquerschnitts mit Aufweitung und Abflachung der Uferbereiche
- Neuprofilierung von Teilbereichen des Gewässers entsprechend dem Gewässertyp
- Einbau von ingenieurbiologischen Bauweisen zur naturnahen Sohl- und Ufersicherung
- Einbau von ingenieurbiologischen Bauweisen zur Initiierung von Eigendynamik
- Einbau von Strukturelementen, wie Buhnen, Totholz und Belebungssteinen
- Anlage standortgerechter Ufergehölzbestände und Bepflanzungen
- Herstellung von Naturerlebnisbereichen mit Sitzsteinen, Sitzstämmen, Lesesteinwegen, Weidenlabyrinth und Insektenhotel
Das Wasserwirtschaftsamt Hof dokumentiert die Baumaßnahmen und aktualisiert sie stetig auf einer eigens dafür geschaffenen Website. Lesen Sie hier dazu mehr.
Oder schauen Sie sich per Drohnenflug den neu gestalteten Gewässerlauf an:
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Hier sind noch ein paar Eindrücke in einer kleinen Bildergalerie:
