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Pflanzfest zur Eröffnung des Wildkatzenlehrpfades an der Lossa

Als Abschluss der Maßnahmen zum Pilotprojekt „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ wurde am 12. November 2023 das zweite Pflanzfest des BUND an der Lossa durchgeführt. Ergänzend zu den im vergangenen Jahr umgesetzten Abschnitten waren diesmal die Flächen entlang der letzten beiden Bauabschnitte an der Reihe. Mit 180 Teilnehmern und prominenter Unterstützung wurden auf dem links und rechts an das Gewässer angrenzenden Grünland über 1.600 weitere heimische Gehölze gepflanzt. Mit der feierlichen Einweihung des Wildkatzen-Lehrpfades wurde der erste Wildkatzenkorridor in Sachsen vollendet. An sieben spannenden Stationen rund um den Küchenteich in Heyda kann man sich nun über das Leben der Wildkatze und das Projekt informieren.

In den nachfolgenden Fotos sind einige Eindrücke des Tages festgehalten:

Die Drohnenbefliegung zeigt die Lossa nach den Pflanzarbeiten zum Pflanzfest:

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Fertigstellung des Grünen Wegs für Wildkatzen entlang der Lossa

Am 25. und 26. Oktober 2023 fand das letzte Bauseminar zur Renaturierung der Lossa bei Heyda statt. Wie die vorangegangenen drei Seminare ist es Bestandteil des Pilotprojekts „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“, welches der BUND Sachsen zur Umsetzung des ersten Wildkatzenkorridors in Sachsen ins Leben gerufen hat. Mit diesmal insgesamt 30 Teilnehmern wurde an zwei Tagen der letzte Bauabschnitt an der Lossa naturnah umgestaltet. Alle Mitwirkenden waren mit großem Engagement dabei und bauten ingenieurbiologische Bauweisen zur strukturellen Aufwertung und Initiierung eigendynamischer Prozesse im Gewässer und auf dem Ufer ein. Ergänzend boten die Besichtigung der bereits in den vergangenen Seminaren fertiggestellten Abschnitte der Lossa sowie zwei Abschnitte der Launzige, die vor sieben Jahren ebenfalls mit ingenieurbiologischen Bauweisen umgestaltet wurden, vielfältige fachliche Erkenntnisse für die Teilnehmer.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch hervorragende Organisation von Seiten des BUND Sachsen mit Frau Almut Gaisbauer, der Projektleiterin des Rettungsnetz Wildkatze, der Bauleitung durch das Team der Stowasserplan GmbH CO. KG, der technischen Unterstützung durch Herrn Stegemann vom Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V. sowie der Familie von Carlowitz, die ihre Räumlichkeiten wieder für das Seminar bereitstellten.

Ein paar Impressionen des gemeinsamen Schaffens und der angewandten Bauweisen sind in den nachfolgenden Fotos festgehalten:

Eine schöne Zusammenfassung zum Projekt bietet auch das von Eule-Film produzierte Video:

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Das Hoyerswerdaer Schwarzwasser zwischen Prischwitz und Dreikretscham wird wieder zur vielfältigen Auenlandschaft

Das Hoyerswerdaer Schwarzwasser zwischen Prischwitz und Dreikretscham wird wieder zur vielfältigen Auenlandschaft

Die Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers zwischen Prischwitz und Dreikretscham sind auf der Zielgeraden. Seit April 2023 werden dort durch die Stowasserplan GmbH & Co KG sowie die beteiligten Baufirmen Kompensationsmaßnahmen zum in den 1990er Jahren erfolgten Ausbau der A4 zwischen AS Uhyst und AS Bautzen Ost umgesetzt. Herausragend bei diesem Projekt: Durch den umfangreichen Grunderwerb im Umfeld der Maßnahme kann eine ganzheitliche Revitalisierung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers inklusive der angrenzenden Auenbereiche durchgeführt werden. In allen drei bearbeiteten Teilabschnitten jeweils zwischen den Ortslagen Prischwitz, Muschelwitz, Sollschwitz und Dreikretscham können umfassende Maßnahmen zur ökologischen Umgestaltung des in den 1970er Jahren vollständig ausgebauten und begradigten Gewässers sowie der Auenlandschaft stattfinden. Der Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf der Wiederherstellung des ursprünglichen Gewässerverlaufs und der Entwicklung einer naturnahen Weichholzaue mit angrenzenden Feuchtwiesen und eigendynamischer Gewässerentwicklung.

Daten zum Gewässer:

  • Kiesgeprägter Tieflandsfluss LAWA Typ 17
  • ursprünglich stark geschwungener bis mäandrierender Gewässerverlauf, 1976/77 verfüllt und in einen geradlinigen ausgebauten Graben umgewandelt
  • FFH-Gebiet SCI 126 „Hoyerswerdaer Schwarzwasser“
  • Vorkommende seltene Tierarten sind: Laubfrosch, Fischotter, Bachneunauge, Eisvogel sowie verschiedene Fledermausarten
  • Abschnitt 1 insgesamt ca. 1.200 m Fließlänge
  • Abschnitt 2 insgesamt ca. 700 m Fließlänge
  • Abschnitt 3 insgesamt ca. 500 m Fließlänge

Maßnahmenziele:

  • Entwicklung eines naturnahen Gewässerverlaufs mit Aufweitung des bestehenden Gewässerbetts und Schaffung eines gegliederten Querschnitts mit mäandrierendem Mittelwasserbett
  • Schnelle Etablierung von Vegetationsdynamik durch Sukzession und Initialpflanzungen
  • Entwicklung von standorttypischen Biotopstrukturen einer naturnahen Weichholzaue, Schaffung von Lebensräumen gewässerbegleitender Arten und Sicherung bestehender hochwertiger Biotopstrukturen sowie Biotopvernetzung in die umgebende Landschaft
  • Förderung der eigendynamischen Entwicklung durch Ausweisung von breiten Pufferstreifen entlang des Gewässers und Reduzierung von Ufersicherungsmaßnahmen auf Bereiche schutzwürdiger Infrastruktur
  • Unterstützung der Erhaltungsziele des FFH-Gebietes „Hoyerswerdaer Schwarzwasser“

Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt:

  • Modellierung eines naturnahen Profils
  • Teilverfüllung des bestehenden Gewässerverlaufs mit anfallenden Erdmassen
  • Strukturierung und Ufersicherung des Gewässerlaufs mit verschiedenen ingenieurbiologischen Bauweisen (Lebendfaschinen, Totfaschinen, Steckhölzer, Setzstangen, Abweiser, Wurzelstubben, Spreitlagen, Begrünte Steinschüttung, Sohlrollierung, Totholzpackungen und Benjeshecken, Vegetationswalzen und Vegetationsschichtandeckung)
  • Einbau von Uferkiesbänken
  • Anlage tiefer Mulden als temporär wasserführende Stillgewässer im Sinne von „Altarmstrukturen“
  • Herstellung von Rohbodenstandorten zur Förderung der Sukzession

Nachfolgende Bilder geben einen Eindruck vom Projekt wieder:

Blick in die Aue des Hoyerswerdaer Schwarzwassers vor Beginn der Baumaßnahme (04/2023): links im Bild der geradlinige, ausgebaute Verlauf, rechts im Bild zeichnet sich im Grünland noch der historische Verlauf ab.
Gleicher Blickwinkel während der Bauausführung (08/2023): die Lage des renaturierten Verlaufes wurde auf Grundlage des im Gelände noch nachvollziehbaren historischen Verlaufes festgelegt.
Entlang der Lauflinie wurde ein ausgesprochen flaches und strukturreiches Gewässerbett vorprofiliert, die Ausdifferenzierung der Habitatstrukturen erfolgt über die Eigendynamik des Schwarzwassers.
Ingenieurbiologische Bauweisen wurden nur punktuell zur Gewässerstrukturierung und Initiierung von Eigendynamik eingesetzt: vorn im Bild Wurzelstubben, im Hintergrund Totholzpackung als Abweiser.
Im Übergangsbereich zum Bestandsprofil erfolgte der Einbau von ingenieurbiologischen Sicherungsbauweisen: hier Sohlrollierung und Spreitlagen mit erstem Austrieb.
Auf Grund von Fischschonzeiten erfolgte eine Elektrobefischung und der Einbau von mobilen Fischwehren ober- und unterstrom des Baufeldes. Sie verhindern das Wiedereindriften und Einschwimmen der Fische während der Bauzeit.
Bereitstellung der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® – das Planungs- und Prüfwerkzeug für Ingenieurbiologie!

Bereitstellung der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® – das Planungs- und Prüfwerkzeug für Ingenieurbiologie!

Mit der Vorstellung von SOFIE®, der Software für Ingenieurbiologie, am 17.05.2023 vor Vertretern der sächsischen Wasser- und Naturschutzbehörden und des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) steht erstmals eine digitale Anwendung für Vorhaben im naturnahen Wasserbau zur Verfügung. SOFIE® wurde bereits 2009 entwickelt, seitdem stetig verbessert und zwischen 2021 und 2022 grundlegend entsprechend der neuesten Softwarestandards überarbeitet.

Finanziert wurde die Aktualisierung der Software unter anderem mit Fördermitteln der sächsischen Mehrwert-Initiative „Nachhaltig aus der Krise“. Daher steht die Software SOFIE® ab sofort auch den Behörden und interessierten Kommunen sowie Landschaftspflegeverbänden in Sachsen zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung.

Was ist SOFIE®?

Die Software für Ingenieurbiologie SOFIE® unterstützt Auswahl, Planung und Prüfung von ingenieurbiologischen Bauweisen im naturnahen Wasserbau. Mit der Software wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, indem eine nachvollziehbare Auswahlmethodik mit Informationen rund um die Ingenieurbiologie verknüpft wird. Die Software für Ingenieurbiologie SOFIE® fasst somit das über den Jahrhunderte langen Anwendungszeitraum gewachsene Wissen zur Ingenieurbiologie als moderne Web-Applikation zusammen. Das heißt, ohne Installationsaufwand gelangen Sie direkt über Ihren Internetbrowser zu SOFIE®.

Was kann SOFIE®?

Kernstück der Anwendung SOFIE® ist die Bauweisendatenbank mit Informationen zu den verschiedenen ingenieurbiologischen Bauweisen und das Regelwerk zur Bauweisenauswahl. Über verschiedene Module werden diese Inhalte von SOFIE® anwendbar. Sie können SOFIE® auf Basis verschiedener Lizenzmodelle sowohl als Planungswerkzeug als auch als Prüfwerkzeug nutzen:

  • Fachbehörden oder Entscheidungsträgern bietet SOFIE® die Möglichkeit, bei der Genehmigung bzw. Beurteilung von Bauvorhaben zu prüfen, ob ingenieurbiologische Bauweisen gewässertypspezifisch und entsprechend der örtlichen Verhältnisse angewandt werden.
  • Kommunen und sonstigen Unterhaltungslastträgern bietet die Software die Möglichkeit, einfache und kostengünstige Arbeiten mit ingenieurbiologischen Bauweisen im Rahmen der Gewässerunterhaltung durchzuführen.
  • Genauso können auch Planungsbüros und Ausführungsbetriebe durch SOFIE® in der Auswahl, Planung und Ausschreibung ingenieurbiologischer Bauweisen im Wasserbau unterstützt werden.

Wie komme ich zu SOFIE®?

Hier gelangen Sie direkt zu SOFIE®. Für die Nutzung des kostenfreien Bereiches ist lediglich eine Registrierung erforderlich! Sie haben aber auch die Möglichkeit, SOFIE® für einen Tag kostenlos zu testen. Auch dafür ist nur eine Registrierung nötig!

Interessierte Kommunen und Landschaftspflegeverbände in Sachsen können sich für die kostenlose Nutzung von SOFIE im Beteiligungsportal des LfULG bis zum 22.09.2023 unter folgendem Link anmelden:

Anmeldung im Beteiligungsportal des LfULG

Informationen zur Bereitstellung der Software für Kommunen und Landschaftspflegeverbände in Sachsen können Sie per Mail beim LfULG erfragen.

Weitere Informationen zur Software SOFIE® erhalten Sie auch auf unserer Webseite von Stowasserservice.


Mit SOFIE® – EVAT können ingenieurbiologische Bauweisen zur Ufersicherung ermittelt werden.
Mit SOFIE® – ISYS kann man sich gezielt umfangreiche Hintergrundinformationen zu einer ingenieurbiologischen Bauweise anzeigen lassen.
SOFIE® ISYS bietet erstmals die Möglichkeit, für einen konkreten Anwendungszweck bzw. eine Bauweise spezifische Listen geeigneter Pflanzenarten und/oder Lebendmaterialien erstellen zu lassen.
Das Modul SITE dient der Herstellung einer räumlich-topographischen Bezugsbasis der Standortfaktoren Fließgewässerlandschaft und Potentiell Natürliche Vegetation (PNV).
SOFIE® – Hilfe enthält außerdem ein Glossar zum Thema Ingenieurbiologie und Wasserbau mit derzeit ca. 300 Fachbegriffen.
Das Modul INFO bietet auf zwei Ebenen Informationen rund um den naturnahen Wasserbau und die Ingenieurbiologie.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Gründung „Interdisziplinäres Netzwerk Agroforst Sachsen“ – INAS

Gründung „Interdisziplinäres Netzwerk Agroforst Sachsen“ – INAS

Agroforst ist zwar aktuell in vieler Munde, aber es finden sich kaum moderne Pilotstandorte in Sachsen. Dabei ist Agroforst kein neues Phänomen. Flurholzanbau spielte schon immer eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und wird weltweit bereits erfolgreich angewendet. Und nicht zuletzt bieten Agroforstsysteme individuell anpassbare und multifunktionale Lösungsansätze für die aktuellen Problemfelder Klimaschutz, Förderung der Biodiversität, schonender Umgang mit den knappen Ressourcen sowie insbesondere der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Bereits in den Ausarbeitungen der Stowasserplan GmbH & Co. KG zu den Projekten ElmaR I und Elmar II wurden die Potenziale der Agroforstsysteme am Gewässer umfassend beleuchtet und für einen Pilotstandort in Sachsen vorbereitet. Um zukunftsfähige Lösungen weiter voranzutreiben wurde am 16.08.2023 das Interdisziplinäre Netzwerk Agroforst Sachsen (INAS) gegründet. Der Einladung des LfULG, des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) sowie der Firma Lignovis waren neben der Stowasserplan GmbH & Co. KG 16 Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung gefolgt, um zusammen die Aufgaben, thematischen Ansatzpunkte und Kompetenzen des Netzwerks zu diskutieren. Das interdisziplinäre Team hat sich die Vernetzung und Beratung von interessierten Betrieben und Kommunen, sowie den gemeinsamen Erfahrungs- und Informationsaustausch zum Ziel gesetzt. Im Anschluss an die Gründungsveranstaltung konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von der gelungenen praktischen Umsetzung eines im Jahr 2023 angelegten Agroforstsystems in der Lommatzscher Pflege machen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch auf den Seiten von IfaS. Hier können Sie dazu weiterlesen und Bilder zur Pflanzung anschauen.

Teilnehmer der Gründungsveranstaltung des Interdisziplinären Netzwerk Agroforst Sachsen (INAS)
Besichtigung eines Agroforstsystems mit fünf Reihen: jeweils zwei Reihen Pappeln umschließen eine Reihe heimischer Arten zum Wertholzanbau