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Unterhaltungspflege von Gehölzen: Effizient und richtig pflegen!

Unterhaltungspflege von Gehölzen: Effizient und richtig pflegen!

… eine häufig geäußerte Formulierung ist: „Gehölze machen so viel Laub, Dreck und Schatten. Da kümmert sich gar niemand drum“. Auf Gewässerufern dürfen und sollen sogar Gehölze wachsen. Sie haben unzählige positive Wirkungen und eigentlich brauchen sie keine Pflege. Sie kommen gut allein zurecht. Die Herausforderung besteht nur darin, das richtige Maß zwischen Beobachten, Handeln und begleitender Kommunikation zu finden.

An dieser Stelle sollen daher die fachlichen Aspekte zur Frage: Wie pflege ich effizient und richtig? geklärt werden.

Die Unterhaltungspflege schließt sich an die Entwicklungspflege an und beginnt, wenn von der Lebendbauweise oder der Pflanzung in Natura nichts mehr zu erkennen ist und die Zielvegetation erreicht wurde. Anstelle der ingenieurbiologischen Bauweise bzw. den Jungpflanzen steht man vor einem mehr oder weniger ausgeprägten (naturnahen) Gehölzbestand. Dies ist meist nach einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren der Fall. Auch bei schon länger bestehenden Ufergehölzen ist zu entscheiden, ob Pflegemaßnahmen erforderlich sind oder nicht.

Bei der Überlegung, ob Pflegemaßnahmen notwendig sind, sollten die nachfolgend aufgeführten Aspekte beachtet werden:

  • Die Unterhaltungspflege dient der Erhaltung eines dauerhaft funktionsfähigen Zustandes, d. h. einer stabilen artenreichen Vegetationszusammensetzung (Dauergesellschaft) unter Gewährleistung der notwendigen Abflussleistung.
  • Die Pflegemaßnahmen sind auf die Zielvegetation und die Anforderungen der angrenzenden Nutzung auszurichten.
  • Die konsequente Förderung der Zukunftsbäume, d. h. der für die Bestandsbildung vorgesehenen Baumarten am hydraulisch optimalen Standort, sowie die richtige Wahl des Pflegezeitraumes reduzieren langfristig den Pflegeaufwand.
  • Eine regelmäßige Verjüngung des Bestands in kleinen Bereichen fördert eine vielfältige mosaikartige Struktur des Gehölzbestandes und reduziert die Menge des entstehenden Totholzes.
  • In naturnahen Abschnitten kann der Verzicht auf Pflegeeingriffe in Kombination mit einer beobachtenden Unterhaltung die beste Form der Unterhaltungspflege sein.

Empfehlenswert ist es, in der Unterhaltungspflege auf die unterschiedlichen waldbaulichen Bewirtschaftungsformen zurückzugreifen:

  • Auf-den-Stock-setzen: Durchführung eines abschnittsweisen Rückschnitts
  • Femelschlag: Entnahme kleiner Teilbereiche
  • Plenterschlag: Entnahme von Einzelbäumen

Mit diesen Pflegeprinzipien lassen sich dauerhaft stabile und sich selbst verjüngende Gehölzbestände entwickeln, in die je nach Standort und Artenausstattung des Umfeldes auch andere Gehölzarten einwandern können. Gewässerbegehungen sind jeweils das Mittel der Wahl um zu entscheiden, ob Gehölze aufgrund ihres Standortes, ihres Wuchses oder ihrer Wurzelstruktur im Rahmen der nächsten Pflegegänge gefördert oder entfernt werden sollen. Die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen ist dabei immer Voraussetzung für eine dauerhaft effiziente Unterhaltungspflege.

Dazu können die Software-Produkte Hilfestellungen leisten: In der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® sind für alle enthaltenen ingenieurbiologischen Bauweisen Zeichnungen mit Erläuterungen der Arbeitsschritte bis hin zur Unterhaltungspflege enthalten. In PROGEMIS® finden sich komplette Durchführungsanleitungen für abschnittsweises Auf-den-Stock-setzen, den Femelschlag sowie den Plenterschlag nicht nur als informative Anhänge, sondern sie können die anstehenden Maßnahmen auch direkt lagekonkret mit Ausführungszeitraum planen.

Beispiel für abschnittsweisen Rückschnitt von Gehölzen, hier in der Sonderform des Kopfweidenschnitts (2005)
Aus den eingebauten Weidenstangen wurden durch regelmäßige Pflege Kopfweiden. Nur durch Beibehaltung dieses regelmäßigen Schnitts bleibt die Gehölzform erhalten. (2017 und 2024)
Beispiel für gruppenweise Entnahme von Gehölzen: Aus den verbleibenden Stubben sowie über Sukzession und Verjüngung wächst der Bereich schnell wieder zu.
Durch regelmäßige kleinräumige Entnahmen wird eine Bestandsstruktur mit Gehölzen unterschiedlicher Altersklassen erhalten, ohne dass der Gesamtbestand überaltert und die angrenzenden Nutzungen beeinträchtigt werden.
In naturnahen Beständen in der freien Landschaft müssen keine Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Beschattung, Konkurrenz und Sukzession steuern die eigendynamische Entwicklung.
Je älter ein naturnaher Bestand wird, um so mehr Totholz bildet sich. Durch beobachtende Unterhaltung können Gefahren- und Schadenspotenziale rechtzeitig aufgedeckt werden.
Entwicklungspflege von Gehölzen: Grundstein einer nachhaltigen Bestandsentwicklung

Entwicklungspflege von Gehölzen: Grundstein einer nachhaltigen Bestandsentwicklung

… der farbenfrohe Herbst ist vorüber und die Bäume haben ihr Laub komplett verloren. Zwischen 01.10. und 28.02. können Sie wieder Schnittmaßnahmen an Gehölzen durchführen. Hier sind unsere Empfehlungen für die Pflege neu angelegter ingenieurbiologischer Bauweisen. Damit sind sie gewappnet für die unvermeidliche Frage der Anwohner: „Jetzt ist es fertig und was passiert nun?“

Gehölze sind unerlässlich für Ufersicherung, Landschaftsästhetik und ökologische Funktionen an Gewässerufern. Sie können durch gezielte Bepflanzung und ingenieurbiologische Bauweisen, die Vegetation und Uferstrukturierung kombinieren oder auch über natürliche Vegetationsentwicklung durch Sukzession angesiedelt werden. Um die Funktionen im Naturhaushalt wie auch die Nutzungsanforderungen unserer Siedlungslandschaft zu vereinen, müssen Gewässer einschließlich ihrer begleitenden Gehölzbestände meist gepflegt werden. Ein systematisches Pflegekonzept mit klaren Zielen und langfristigen Strategien ist entscheidend, um stabile funktionsfähige Gehölzbestände zu entwickeln. Besonders ingenieurbiologische Bauweisen sollten in den ersten Jahren zielorientiert gepflegt werden. Nur so lassen sich langfristig Kosten senken, stabile und standortgerechte Vegetationsstrukturen entwickeln und die Nachhaltigkeit der Gewässerpflege fördern.

Eine solche systematische Pflegeabfolge umfasst Fertigstellungspflege, Entwicklungspflege und Erhaltungspflege.

Fertigstellungspflege:
Ziel ist hier, nach einer Vegetationsperiode einen abnahmefähiger Zustand zu erreichen, der durch gesundes Wachstum mit einer definierten Menge an Austrieben, Bestockung und Durchwurzelung des Böschungsfußes gekennzeichnet ist.

Entwicklungspflege:
Die anschließende Phase der Entwicklungspflege zielt auf die Entwicklung einer stabilen Vegetationszusammensetzung in den anschließenden zwei bis fünf Jahren. Maßnahmen umfassen die Förderung der Zukunftsbäume (Klimaxgehölze), die Zurückdrängung unerwünschter Arten und der Schutz vor Wildverbiss. Dabei werden auch natürliche Konkurrenzprozesse genutzt, um die Bestandsdichte zu regulieren sowie langfristig Pflegeaufwand und Biomasseproduktion zu reduzieren.

Erhaltungspflege:
Nach etwa 5-8 Jahren ist die Zielvegetation erreicht und beginnt die Sicherung die Funktion des Gehölzbestands. Durch selektive Eingriffe können noch verbleibende Konkurrenzgehölze entfernt werden, um Zukunftsbäume zu stärken. Regelmäßige Bestandskontrollen entscheiden darüber, ob weitere Pflegemaßnahmen nötig sind.

Mit der neuen Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (FRL GH/2024) gewährt der Freistaat Sachsen ab sofort auch Zuwendungen für Maßnahmen der Entwicklungspflege, so dass diese für ingenieurbiologische Bauweisen wichtigen Maßnahmen nun auch überall fachgerecht umgesetzt werden können.

In der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® sind im Übrigen für alle enthaltenen ingenieurbiologischen Bauweisen Zeichnungen mit Erläuterungen zu den Arbeitsschritten dieser systematischen Pflegeabfolge enthalten. In PROGEMIS® finden sich komplette Pflegeanleitungen für Pflanzungen, ingenieurbiologische Bauweisen und Gehölzaufwuchs aus Sukzession nicht nur als informative Anhänge, sondern Sie können die anstehenden Maßnahmen auch direkt lagekonkret mit Ausführungszeitraum planen. Mit der Nutzung der Software stehen Ihnen diese Funktionen zur Verfügung und ästhetisch ansprechenden und ökologisch wie auch technisch funktionsfähigen Ufergehölzbeständen nichts mehr im Weg.

Ingenieurbiologische Bauweisen, wie diese geneigte Lebendfaschine, haben unmittelbar nach dem Einbau weder Wurzeln noch Triebe. Sie bestehen lediglich aus eingebauten lebenden Pflanzenteilen.
Schon innerhalb der ersten Vegetationsperiode wachsen die eingebauten Pflanzenteile los. Zur Fertigstellungspflege sollte ein solcher Aufwuchs mit dichter Bestockung vorliegen.
Diese zweijährigen Triebe zeigen noch genau die Lage der zuvor eingebauten geneigten Lebendfaschine.
Durch Freistellung der Zukunftsbäume aus dem dichten Faschinenaustrieb im Rahmen der Entwicklungspflege kann sich der gewünschte Ufergehölzbestand effektiv entwickeln.
Die zurückgeschnittenen Triebe werden zwar wieder austreiben, aber als Strauchschicht hinter den kräftigeren Zukunftsbäumen zurückbleiben.

Neue Förderrichtlinie zu Gewässer und Hochwasserschutz – FRL GH/2024 in Kraft getreten

Der Freistaat Sachsen weitet die Förderung des Gewässer- und Hochwasserschutzes deutlich aus. Dazu wurde am 19. September 2024, die vom sächsischen Kabinett verabschiedete und vom zuständigen Staatsminister unterzeichnete neue Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (FRL GH/2024) im Sächsischen Amtsblatt, veröffentlicht. Sie trat am Tag nach der Verkündung in Kraft.

Die Neufassung enthält einige neue Fördertatbestände – so werden zukünftig folgende Vorhaben gefördert:

  • Erstellung von integrierten Gewässerentwicklungskonzepten (IGK), Gewässerunterhaltungs- und Entwicklungskonzepte (GUK), (Teil)Vorhabens- und Sanierungspläne ((Teil)VoSa) sowie Voruntersuchungen und Machbarkeitsstudien
  • Weiterhin gefördert werden Maßnahmen zur Gewässerentwicklung, zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit sowie zur Renaturierung von Fließgewässern. Neu ist, dass die für solche Projekte sehr wichtige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege während der ersten fünf Jahre mit der Richtlinie nun auch gefördert wird.

Erfreulich ist außerdem, dass unter bestimmten Voraussetzungen der Fördersatz von bis zu 90 % auf bis zu 95 % erhöht wurde. Der Fördersatz in Höhe von 95 % kann zur Anwendung kommen, wenn der Antragsteller an Gewässern Maßnahmen umsetzen will, für die bereits ein Entwicklungskonzept vorliegt, aus dem sich die jeweilige Maßnahme ableiten lässt. Solche Maßnahmen können eine naturnahe Umgestaltung, Gewässeraufweitung und Anlage von Ufergehölzbeständen, Ersatz von Uferverbau durch ingenieurbiologische Bauweisen oder auch die unter Punkt 2.1.1 der Richtlinie genannten Vorhaben sein. Um den erhöhten Fördersatz von 95 % in Anspruch nehmen zu können, muss die aus dem Entwicklungskonzept abgeleitete Maßnahme innerhalb der ersten 5 Jahre nach Inkrafttreten der FRL GH/2024 beantragt und umgesetzt werden.

Neu ist auch, dass Maßnahmen des Hochwasser- und Starkregenrisikomanagements sowie Voruntersuchungen bei Auenprojekten gefördert werden. Außerdem werden Finanzierungsmöglichkeiten für Pilot- und Modellprojekte mit herausgehobenem Landesinteresse bereitgestellt.

Zuwendungsbegünstigte können jeweils Gemeinden, kommunale Zusammenschlüsse, natürliche juristische Personen des privaten Rechts aber auch Teilnehmergemeinschaften nach Flurbereinigungsgesetz sein. Für jede Maßnahme greift immer nur ein Fördergegenstand. Die Kombination von Förderungen nach FRL GH /2024 und anderen Fördermittelprogrammen ist möglich, sofern der Zuwendungszweck eingehalten wird.


Renaturierung der Fluss- und Auenlandschaft bei Bautzen

Renaturierung der Fluss- und Auenlandschaft bei Bautzen

„Schnell und schlampig“ ist die beste Devise, um wirklich naturnahe Strukturen zu schaffen. Gemäß diesem Motto, mit einer fachlich versierten Bauleitung und unter Zuhilfenahme ingenieurbiologischer Bauweisen wurden wertvolle Gewässerstrukturen bei der Auenrenaturierung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers zwischen Pritzschwitz und Dreikretscham initiiert. In unserem ersten Blogbeitrag zum Projekt können Sie sich einen Eindruck unmittelbar nach Baufertigstellung der Maßnahme verschaffen. Nun ein Jahr später kann man im sorbischen MDR-Magazin Wuhladko ab Minute 13:07 bis 19:46 bereits erstaunliche Entwicklungsfortschritte entdecken.

Die aktuelle Lage zum Hochwasserabfluss kann man im MDR-Beitrag unter Kontrollmaßnahmen der Freiwilligen Feuerwehr anschauen.