Fließgewässer übernehmen wichtige Funktionen für Natur und Landschaft. In Verbindung mit dem Gehölzsaum bieten sie Lebensräume und Wanderkorridore. Gehölze entlang der Gewässer beschatten und stabilisieren Ufer, schützen vor Erosion, verbessern die Wasserqualität und sie prägen das Orts- und Landschaftsbild. Damit Fließgewässer ihre Funktionen als Lebensadern der Landschaft erfüllen können, ist ihre naturnahe Pflege und Entwicklung im Sächsischen Wassergesetz (SächsWG) vorgeschrieben. Es ist festgelegt, was am Gewässer zu tun und zu lassen ist. Doch: Viele Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung betreffen direkt angrenzende Grundstücke und führen bei Anliegern mitunter zu Unsicherheit oder Ablehnung. Kommunen und Planungsbüros stehen daher vor der Aufgabe, Anlieger gezielt zu informieren, rechtliche Grundlagen verständlich zu vermitteln und Akzeptanz zu fördern. Dieser Beitrag unterstützt Sie dabei, die relevanten Inhalte praxisnah zu kommunizieren und Beteiligung konstruktiv zu gestalten.
Gewässerunterhaltung – sparsam und gezielt
Für die meisten kleineren Gewässer (Gewässer 2. Ordnung) sind die Gemeinden zuständig. Im Rahmen der ordnungsgemäßen Gewässerunterhaltung bringen sie die ökologische Entwicklung und den sicheren Wasserabfluss in Einklang. Pflegemaßnahmen erfolgen nur bei tatsächlichem Bedarf zur Sicherung des Wasserabflusses. In der freien Landschaft wird möglichst wenig eingegriffen. Die natürliche Entwicklung wird gefördert und unnötige Eingriffe werden vermieden.
Ufergehölze – gesetzlich geschützter Lebensraum
Standortgerechte Ufergehölze sind wichtige Partner der Gewässer: Sie stehen unter Schutz und dürfen nicht ohne Genehmigung entfernt oder beschnitten werden. Eingriffe sind nur erlaubt, wenn der Abfluss beeinträchtigt ist – dann ist die Gemeinde zuständig. Eigenmächtige Rückschnitte durch Anlieger sind verboten und meistens schädlich: Sie können zu Krankheiten, Fehlentwicklungen und Instabilität der Baumkrone, vermehrtem Krautwuchs nach Kahlschlägen und höheren Pflegekosten führen.
Natürliche Gewässerdynamik
Bäche verändern sich durch natürliche Prozesse. Kolke, Uferabbrüche oder Umverlagerungen sind gewünscht, weil sie die Strukturvielfalt erhöhen. In der freien Landschaft besteht kein Anspruch auf einen bestimmten Gewässerzustand. Nur in Ortslagen müssen Schäden durch Eigendynamik verhindert werden. Totholz im Bachbett ist meist förderlich und darf liegen bleiben, es sei denn, es gefährdet die Abflussleistung des Gewässers in kritischen Bereichen, z.B. an Brücken oder in bebauten Gebieten.
Gewässerrandstreifen – Pufferzone mit Regeln
Der Gewässerrandstreifen schützt das Gewässer vor Stoffeinträgen und dient als Lebensraum. Er beträgt in der freien Landschaft 10 m ab der Böschungsoberkante, innerorts 5 m. In diesem Bereich sind bauliche Anlagen, die Lagerung von Materialien sowie intensiver Gartenbau nicht erlaubt. Auch die landwirtschaftliche Nutzung ist eingeschränkt: Grünland darf nicht umgebrochen werden und das Ausbringen von Pflanzenschutz- und Düngemitteln ist verboten, damit diese Stoffe nur mit Abstand zum Gewässer eingesetzt werden.
Für Pflegemaßnahmen muss die Gemeinde Zugang zum Gewässer haben. Grundstückseigentümer und Anlieger sind verpflichtet, diesen Zugang über den Gewässerrandstreifen zu ermöglichen. Sie müssen mindestens 14 Tage im Voraus über geplante Unterhaltungsmaßnahmen informiert werden.
Wasserentnahme und Einleitung
Wasser darf nur in kleinen Mengen mit Handschöpfgeräten (z. B. mit der Gießkanne) entnommen werden. Der Einsatz von Pumpen ist genehmigungspflichtig. Stauungen sind unzulässig, weil sie die Wanderung von Fischen und Kleintieren behindern. Regenwasser von angrenzenden Flächen darf eingeleitet werden, Einleitungen von Abwasser hingegen benötigen stets eine behördliche Genehmigung.
Baden und Spielen – erlaubt, aber mit Vorsicht
Das Baden in natürlichen Gewässern ist grundsätzlich erlaubt, erfolgt aber auf eigene Gefahr. Die Wasserqualität entspricht oft nicht den Badestellenstandards. Auch beim Spielen gilt: keine Abfälle, keine Zerstörung der Uferstrukturen, keine Störung von Tieren. Nach Starkregen drohen hohe Strömungen oder Uferabbrüche. Im Winter sollte das Betreten von Eisflächen unterlassen werden.
Fazit: Eine erfolgreiche Gewässerpflege gelingt nur im Zusammenspiel mit den Anliegern. Wer informiert, aufklärt und Beteiligungsmöglichkeiten schafft, stärkt das Verständnis für naturnahe Entwicklung, rechtliche Rahmenbedingungen und notwendige Eingriffe. Gemeinden tragen die zentrale Verantwortung, diesen Dialog aktiv zu gestalten – damit ökologische Funktionen, Artenvielfalt und der Schutz vor Hochwasser auch langfristig gesichert werden können.
Im Gewässerrandstreifen sind Ablagerungen wie Bauschutt, Kompost, Grünschnitt oder Holzstapel untersagt. Das Errichten von Zäunen, Hütten, Carports, Gewächshäusern o.ä. ist nur in Ausnahmen und nach behördlicher Genehmigung erlaubt, da Gewässerrandstreifen grundsätzlich freizuhalten sind. Ablagerungen von Grünschnitt oder Holz im Gewässerrandstreifen sind nicht lagestabil und können von Hochwasser abtransportiert werden.Besonders größere Holzteile verfangen sich dann am nächsten Bauwerk oder Hindernis und können dort zu Verklausungen, Rückstau oder Schäden durch Überflutung führen. Beispielhafte Situation mit nicht standorttypischem Bewuchs und Zäunen im Gewässerrandstreifen.Im Rahmen der Gewässerunterhaltungsmaßnahme wurden eine Freihaltezone zur besseren Erreichbarkeit des Gewässers für Pflegemaßnahmen angelegt, Zäune zurückversetzt und die Ufer mit gewässertypischen Gehölzen bepflanzt.
Die Machbarkeitsstudie ElmaR III (Erprobung spezifischer Handlungsfelder zur Umsetzung einer naturnahen Gewässerentwicklung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie) zeigt, wie naturnahe Gewässerentwicklung und landwirtschaftliche Nutzung miteinander in Einklang gebracht werden können. Im Zentrum steht die Idee, Fließgewässer durch mehr Raum und Strukturvielfalt ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig angrenzende Flächen so zu nutzen, dass ein Mehrwert für Landwirte und Gemeinden entsteht, ohne das Gewässer zu beeinträchtigen. Dazu werden sogenannte Agroforstsysteme am Gewässer angelegt: also Gehölzstreifen, die genutzt werden können. Sie gelten als landwirtschaftliche Kulturen. Damit entsteht kein „Landverlust“, sondern eine neue Form der Flächennutzung mit doppeltem Nutzen: ökologisch und wirtschaftlich.
Die Agroforstflächen werden gezielt gestaltet mit artenreichen, strukturreichen und altersgestuften Beständen. Verwendet werden sowohl standorttypische Gehölze (potenziell natürliche Vegetation, PNV) als auch leistungsfähige Arten zur Holznutzung. Ergänzt werden die Bestände durch Saumstrukturen, Untersaaten und gestaffelte Ernte. So entsteht ein vielfältiges Nutzungsmosaik, das nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen schafft, sondern auch zur Energieversorgung vor Ort beitragen kann – etwa durch die Nutzung von Holzhackschnitzeln im kommunalen Wärmenetz.
Die Strategie verfolgt einen integrativen Ansatz: Landwirte sollen nicht verdrängt, sondern als aktive Partner eingebunden werden. Durch die Nutzung der Gehölzstreifen ergibt sich eine zusätzliche Einkommensquelle, während die Gewässer ökologisch profitieren. Zugleich wird die regionale Wertschöpfung gestärkt – durch Energieholzproduktion, Landschaftspflege und regionale Kooperationen.
Die Studie bietet nicht nur fachliche Grundlagen, sondern auch konkrete methodische Hilfsmittel: Darunter eine praxisgerechte Methodik zur Erstellung von Gewässerentwicklungskonzeptionen, einen Online-Maßnahmenkatalog mit abgestimmten Maßnahmendefinitionen sowie Hinweise zur Entwicklung digitaler Werkzeuge zur Planung von Agroforstsystemen. Zudem wird mit der Netzwerkinitiative „Lebendige Gewässer für lebendige Gemeinden“ ein Format vorgeschlagen, in dem Kommunen, Landnutzer und Fachverwaltungen gemeinsam Projekte entwickeln und umsetzen können.
Der Abschlussbericht ElmaR III zeigt im Detail, wie diese Landnutzungsstrategie umgesetzt werden kann. Die Studie liefert somit nicht nur ein Beispiel für eine gelungene Gewässerrenaturierung, sondern auch einen übertragbaren Ansatz für nachhaltige Landnutzung im ländlichen Raum, der Natur erhält, Nutzung integriert und die Menschen vor Ort mitnimmt.
… eine plötzliche Schneeschmelze hat zu Hochwasser geführt. An einigen Stellen hat es die Uferbefestigungen unterspült oder zerstört, die Ufer brechen ab und die Anwohner werden unruhig. Vielleicht liegen diese Geschehnisse aber auch schon einige Zeit zurück und Sie hatten noch keine Zeit zu reagieren oder Sie wissen einfach nicht, wie Sie vorgehen sollen. Hierfür haben wir einige Tipps für Sie.
Hilfe bei der Wiederherstellung von Uferböschungen bietet die Software für Ingenieurbiologie SOFIE®
Durch natürliche Ereignisse neu entstandene Uferstrukturen sind besonders wertvoll und sollten grundsätzlich erhalten werden. Aber nicht überall können diese Entwicklungen toleriert werden. Es muss daher zunächst entschieden werden, wo belassen werden kann, wo steuernd eingegriffen werden muss oder wo eigendynamische Entwicklungen unterbunden werden müssen. Diese Maßnahmenentscheidungen sind im Kontext der angrenzenden Nutzungen, der notwendigen Abflussleistung und unter Beachtung der ökologischen Bedeutung zu treffen. Ist die Wiederherstellung von Uferbefestigungen zur Gefahrenabwehr oder zur Sicherung der angrenzenden Nutzungen erforderlich, sollten naturnahe Bauweisen angewendet werden. Hierzu sind ingenieurbiologische Bauweisen am besten geeignet. Die Sicherungswirkung ergibt sich dabei aus der Kombination von eingebauten Pflanzen und Pflanzenteilen mit unbelebten Hilfs- und Befestigungsmaterialien. Mit dem Anwachsen der Pflanzen entsteht durch den Wurzel-Boden-Verbund eine stabile Deckschicht, die Böschungen und Erdbauten effektiv vor Erosion schützt. Mit den Bauweisen werden gleichzeitig naturnahe Strukturen und Vegetationsbestände angelegt, die unter Beibehaltung der Sicherungswirkung die technischen Bauweisen schon nach kurzer Zeit „unsichtbar“ werden lassen. Die ingenieurbiologischen Bauweisen eignen sich auch als Ersatz für Ufersicherungen nach Rückbau von naturfernen Uferverbauungen wie Ufermauern oder Böschungspflasterungen.
Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz ingenieurbiologischer Bauweisen zur Ufersicherung und Uferstrukturierung sind die Beachtung der Rahmenbedingungen am Einbauort sowie der fachgerechte Einbau und die anschließende Pflege der Bauweisen. Dazu nutzen Sie am besten die Software für Ingenieurbiologie SOFIE®. Hier erhalten Sie anhand der vorausgewählten Parameter zu den Rahmenbedingungen eine Liste geeigneter Bauweisen. Für nahezu jede Problemstellung lässt sich so eine passende Lösung finden. Dabei können die verschiedenen ingenieurbiologischen Bauweisen auch problemlos miteinander kombiniert werden. Mit den Bauweisen können die Zielvegetationsformen Sukzessionsflächen, Rasen und Wiesen, Hochstaudenfluren und Röhrichte sowie vielfältige Gehölzbestände etabliert werden.
Als Baumaterial für ingenieurbiologische Bauweisen ist vorrangig lebendes Pflanzenmaterial, wie z. B. austriebsfähige Weidenarten und Gehölzjungpflanzen zu verwenden. Gehölzjungpflanzen sind wurzelnackte, zweimal verschulte Sämlinge (2 x v. S.). Eine Liste der für den jeweiligen Standort geeigneten Arten kann ebenfalls der Software SOFIE® entnommen werden. Um das Lebendmaterial zu verankern und als Bauweise zusammenzufügen, werden noch Hilfsstoffe und Befestigungsmaterialien, wie Draht, Pflöcke oder Geotextilien benötigt. Alle diese Informationen sind in den sogenannten Regeldetails zusammengefasst. Die Regeldetails zu den ingenieurbiologischen Bauweisen einschließlich der Bauweisensteckbriefe, der Bauschritte für den Bauablauf und der Pflegeschritte für eine nachhaltige Vegetationspflege sind ebenfalls in SOFIE® enthalten.
Unbelebte Bauweisen mit Vegetationsentwicklung durch SukzessionBöschungsschutzmatten schützen zunächst unbewachsene Rohbodenstandorte vor Abtragung des Bodens durch Niederschläge und Wind. Mit der Ausbildung einer Grasnarbe erhöht sich die Schutzwirkung.Schnelle Etablierung einer Grasnarbe durch Einbau von Rasensoden Steckholz, ca. 60-100 cm langer, in Wuchsrichtung angespitzter und bewurzelungsfähiger unverzweigter Teil eines verholzten, meist ein- bis dreijährigen Gehölztriebes mit glatter Rinde (z.B. Weide), aus dem in die Erde gesteckt oder eingebaut eine neue Pflanze wächst.Lebendfaschine, Bündel aus austriebsfähigen (lebenden) Weidenästen, die durch Bindedraht zusammengehalten werden und parallel zur Strömung am Böschungsfuß oder geneigt auf der Uferböschung eingebaut werden. Bei strömungsparallelem Einbau von Lebendfaschinen wird der Böschungsfuß vor Erosion geschützt, bei geneigtem Einbau die komplette Böschung.Mit der Kombination aus Lebendfaschine, Gehölzpflanzung, Geotextil und Steckhölzern erreicht man eine sehr stabile Böschungssicherung.Spreitlage: Bauweise zur Böschungssicherung bei der austriebsfähige Ruten mit dem dicken Astende nach unten quer zur Fließrichtung des Wassers dicht auf die Böschung gelegt und mit horizontalen Befestigungen fixiert werden. Die Fußsicherung kann durch eine Steinschüttung aus Wasserbausteinen, Lebendfaschinen oder Holzbalken erfolgen. Begrünte Steinschüttung: flächige Ufersicherung aus lagenweise geschütteten Wasserbausteinen, ggf. mit Filterunterbau, die bereits beim Einbau der Steine mit Busch- oder Heckenlagen kombiniert wird.Begrünte Holzkrainerwand (Synonyme: begrünter Holzkasten, Holzgrünschwelle, Raumgitterwand, Skelettwand): räumliches Skelett als Verbundsystem aus aufeinander gebauten Holzelementen mit einem verdichteten Füllkörper aus Erdmaterial.
Ausgehend von der Planung zur Offenlegung des Tauchnitzgrabens, welcher in eine Agrarholzpflanzung eingebettet sein wird, entwickelte sich die Idee, auf einem 70 Hektar großen Schlag der Agrargenossenschaft e.G. Böhlitz ein Agroforstsystem aufzubauen. Nun erfolgt die Pflanzung der ca. 30.000 Bäume.
Im Beisein von Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der Bürgermeister des Wurzener Landes setzten die Wurzener Landwerke (WuLaWe) den ersten Spatenstich. Als regionaler Energieversorger, der eng mit der Landwirtschaft zusammenarbeitet, treiben die WuLaWe dieses innovative Projekt voran.
Das Projekt ist in Sachsen bisher einzigartig und kombiniert Umweltschutz, moderne Landwirtschaft und zukunftsfähige Energieversorgung in der Region. Es schafft einen Vorzeigestandort, der zeigt, wie Wissenschaft und Praxis, landwirtschaftliche Produktivität und ökologische Verantwortung miteinander verknüpft und praktisch umgesetzt werden können.
Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut Ifasvom Umweltcampus Birkenfeld im Rahmen des Projekts AGROfloW. Dank dieser Unterstützung und der Finanzierung aus dem EU-Förderprogramm ZENAPA konnte das Projekt realisiert werden.
Am Vormittag des 26.03.2025 konnten wir als Planungspartner des Projekts (Stowasserplan GmbH & Co. KG) die imposante Pflanzmaschine mit den Pflanzhelfern im Einsatz begleiten sowie tatkräftig mit den Schülerinnen und Schülern der Ringelnatz-Grundschule aus Wurzen Stecklinge und Gehölzjungpflanzen in die Erde bringen.
… die ersten zarten Halme sprießen. Die Landschaft erwacht zu neuem Leben. Nutzen Sie diese Energie und schauen Sie, wo Sie durch Pflanzung gezielt Grünstrukturen schaffen können. Aber warten Sie nicht zu lange, das Pflanzgut in den Baumschulen ist ziemlich schnell vergriffen! Damit Ihre Maßnahme ein Erfolg wird, haben wir hier die besten Tipps, wie Sie Ufergehölze am besten anpflanzen.
Worauf Sie bei der Pflanzung von Gehölzen achten sollten:
Gehölze haben viele positive Auswirkungen auf die Natur, aber auch auf den Menschen. Nutzen Sie diese Effekte und beginnen Sie jetzt mit der Pflanzung von Gehölzen:
Lebensraum, Nahrung und Biotopverbund für eine Vielzahl von Organismen, Pilzen, Insekten, Vögeln, Kleinsäugern und Großwild,
Klimawirkung durch Beschattung und Temperaturregulierung im Fließgewässer selbst, aber auch in der Umgebung,
Verdunstung und Wasserrückhalt,
Bindung von Kohlendioxid im Holz, aber auch im Boden,
Prägung des Siedlungs- und Landschaftsbildes,
Freiraum für Naturerlebnis und Naherholung für Groß und Klein, um nur einige zu nennen.
Für die Anlage von Ufergehölzen ist die Pflanzung das Mittel der Wahl. Dabei ist je nach Flächenverfügbarkeit die Zielvegetation ist als Strauch-, Baum- oder naturnaher Gehölzbestand vorab zu definieren. Nur so können langfristig Nutzungskonflikte vermieden werden. Je nach verwendetem Pflanzgut und Pflanzgrößen werden verschiedene Varianten der Pflanzung unterschieden:
Bei der Reihenpflanzung werden Gehölzreihen oder schmale Ufergehölzgalerien angelegt.
Bei der Gruppenpflanzung werden zunächst lückige Ufergehölzbestände angelegt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich daraus durch Sukzession ein geschlossener, strukturreicher Ufergehölzbestand.
Durch flächige Pflanzung werden komplette Ufergehölzbestände angelegt. Durch die Pflanzung von Baum- und Strauchjungpflanzen wird bereits jeder einzelne Gehölzstandort, aber auch die Kern-, Mantel- und Saumzone des zukünftigen Bestandes festgelegt.
Als Pflanzmaterial können gewonnene Steckhölzer und Setzstangen von austriebsfähigen Weidenarten sowie Gehölzjungpflanzen verwendet werden. Unter Gehölzjungpflanzen sind wurzelnackte, zweimal verschulte Sämlinge (2 x v. S) zu verstehen. Bei allen Pflanzungen in der freien Landschaft ist die gebietsheimische Herkunft der Pflanzware sicherzustellen und nachzuweisen. Grundsätzlich sind immer beide Ufer in die Bepflanzung einzubeziehen. Kann zunächst nur ein Ufer bepflanzt werden, so ist die Bepflanzung möglichst auf der Gewässerseite auszuführen, auf der eine maximale Beschattung des fließenden Wassers erreicht werden kann. Die Fertigstellungspflege ist nach DIN 18918 Bestandteil der Herstellung der Pflanzungen. Hierzu sind u.a. die Zwischenflächen zu mähen, der Gehölzaufwuchs auf Austrieb und Krankheitsbefall zu kontrollieren, ggf. zu wässern und auf Mäusebefall und Wildverbiss zu kontrollieren.
Dazu können die Software-Produkte Hilfestellungen leisten: In der Software für Ingenieurbiologie SOFIE® können Sie sich Pflanzlisten auf Basis der PNV zusammenstellen lassen und sicher auswählen, wo welche Pflanzen standortheimisch sind und gepflanzt werden sollten. In PROGEMIS® stehen komplette Anleitungen für verschiedene Arten der Pflanzungen nicht nur als informative Anhänge zur Verfügung, sondern Sie können die anstehenden Maßnahmen direkt lagekonkret mit Ausführungszeitraum planen. Weitere umfangreiche Informationen zu Gehölzen am Gewässer finden sie auch im Thüringer Gehölzleitfaden, den wir federführend bearbeitet haben.
Bei der Bündelpflanzung werden drei Gehölzjungpflanzen der gleichen Art in ein Pflanzloch eingepflanzt und mit Verbissschutz versehen.Bündelpflanzungen gewährleisten einen guten Anwuchserfolg und können individuell am Ufer verteilt werden.Wenn die Gehölze, wie bei dieser einseitigen Reihenpflanzung die Gräser und Hochstauden zuverlässig überragen, kann der Drahtschutz entfernt werden.Bei der Pflanzung von lebendem Weidenmaterial, wie bei dieser Setzstangenreihe an der Böschungsoberkante eines kleinen Gewässers, erfolgt kein Verbissschutz. Über größere Pflanzmengen werden hier Ausfälle kompensiert.Gruppenpflanzung von Steckhölzern sind eine sehr einfache und effektive Art der Anlage von Ufergehölzbeständen.Schon nach kurzer Zeit, wie hier bei der Pflanzgruppe in der vierten Vegetationsperiode, zeigt sich ein dichter Aufwuchs.Flächige Pflanzungen erfolgen meist mit Gehölzjungpflanzen. Dabei werden die verwendeten Baum- und Straucharten gemäß ihres späteren Wuchsortes in Mantel- und Kernzone gepflanzt.Nach einigen Vegetationsperioden überragen die Gehölze die Gräser und der spätere Bestand wird erkennbar. Dann kann auf die Mahd der Zwischenräume verzichtet und später auch der Wildschutzzaun entfernt werden.
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