von Tabea Gerhardt | Donnerstag, 7 September, 2017 | Aktuelles, Gewässerentwicklung, Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, Hochwasserschutz, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit
In der LexiTV-Sendung „Deiche, Mauern, Talsperren – Schutz gegen die Flut“ am 11.08.2017 gab es einen interessanten Beitrag zum Thema „Hochwasserforschung an der TU Dresden“. Herr Dr. Stowasser wurde von Charlotte Radziwill an einem naturnah umgestalteten Abschnitt der Großen Mittweida in Schwarzenberg zum Thema Ufersicherung mit Pflanzen interviewt.
Hier ein paar Eindrücke vom Drehtag bei herrlichem Sonnenschein:
Den Beitrag können Sie sich in der MDR-Mediathek unter folgendem Link anschauen.
Das Projekt „Naturnahe Gestaltung der Großen Mittweida in Schwarzenberg“ wurde 2007 umgesetzt und erhielt 2010 den DWA – Gewässerentwicklungspreis. Weitere Informationen und Fotos zu dem Projekt an der Großen Mittweida finden Sie auf der Homepage von Stowasserplan unter unseren Referenzprojekten.
Im Beitrag wurde ebenfalls das Forschungsprojekt „In_StröHmunG“ vorgestellt, in dessen Rahmen Stowasserplan die Software PROGEMIS® entwickelt. Wir berichteten bereits im März 2016 unter dem Titel: Software unterstützt Gemeinden künftig bei der Gewässerunterhaltung | Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz zu PROGEMIS®.
von Tobias Scholze | Mittwoch, 28 Juni, 2017 | Aktuelles, Bauüberwachung und Umweltbaubegleitung, Gewässerentwicklung, Hochwasser, Hochwasserschutz, Ingenieurbiologie, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie, Projektschwerpunkte
Nach Wasserhaushaltsgesetz § 6 (2) WHG sollen „nicht naturnah ausgebaute natürliche Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt werden“. Im Zuge des Baus der Großwohnsiedlung Gorbitz wurde der Weidigtbach größtenteils verrohrt bzw. naturfern ausgebaut. Seit 1999 wurden im Auftrag des Umweltamts der Landeshauptstadt Dresden verschiedene Abschnitte des Weidigtbachs renaturiert. Als einer der letzten großen Herausforderungen auf dem Wege zu einem naturnäheren Weidigtbach galt die sogenannte „Große Verrohrung des Weidigtbachs“ in Dresden Gorbitz zwischen Schlehenstraße und Melissenweg.
Dieser verrohrte Bachabschnitt war bisher ein ökologisch unüberwindbares Hindernis zwischen den bereits naturnah umgestalteten Abschnitten des Weidigtbachs. Nach mehrjähriger Planungsphase erfolgte der Baubeginn zur Umgestaltung dieses Abschnitts im Mai 2015. Auftraggeber war wiederum das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden. Stowasserplan übernahm die örtliche Bauüberwachung. Seit Juli 2016 fließt nun der Weidigtbach durch die 410 m lange naturnahe Umgestaltungsstrecke.
Ziele & Herauforderungen
Grundlegende Ziele der Offenlegung der „Großen Verrohrung“ am Weidigtbach waren:
- Die Offenlegung auf maximal möglicher Länge
- Die Verbesserung der ökologischen Wirksamkeit und die naturnahe Entwicklung des Fließgewässers
- Die Gestaltung des Gewässers als Bestandteil des städtischen Freiraumes mit optischer Aufwertung des Wohnumfelds und Erhöhung der Erlebbarkeit des Baches
- Die Biotopvernetzung zwischen dem linkselbischen Hügelland und dem Elbtal
Als Besonderheit bei der Planung und Bauausführung zur Offenlegung und naturnahen Umgestaltung des Weidigtbachs galt das mit durchschnittlich 3,7 % – hohe Gefälle des Bachlaufes. Gleichzeitig wird das Wasserregime des Gewässers in erster Linie von extremen Starkregenereignissen bestimmt. Damit treten kurzzeitig große Abflussspitzen auf, die der Bach unbeschadet abführen muss.
Für weitere Komplexität des Projektes sorgten die Kreuzungsbauwerke der Umgestaltungsstrecke mit dem Omsewitzer Ring und einer Straßenbahntrasse. Sie erforderten den Neubau von Durchlassbauwerken und damit einhergehende Straßensperrungen.
Der erlebbare (Weidigt-) Bach
Erfreulicherweise konnten die Baumaßnahmen im Sommer 2016 abgeschlossen werden. Der Weidigtbach verläuft nun in einem weitgehend offenen und erlebbaren Profil durch den 2007 fertiggestellten Weidigtbachpark. Die Sicherung der neu hergestellten Sohl- und Uferbereiche erfolgte mittels ingenieurbiologischer Bauweisen. Als Bepflanzung für die Ufer sind Steckhölzer und Gehölzjungpflanzen eingebracht worden. Daraus wird sich ein naturnaher, standortgerechter Gehölzsaum entwickeln, der die Ufer nachhaltig sichert und Lebensräume für eine Vielzahl einheimischer Arten bietet. Im Bereich des Einlaufes in den weiterhin vorhandenen Durchlass unter der Coventrystraße wurden außerdem eine Zufahrtsrampe und Sitzstufen eingebaut. Damit wird nicht nur die Pflege des Gewässers erleichtert, sondern es werden auch Aufenthalts- und Verweilmöglichkeiten am Gewässer angeboten.
-
- Auch in dem bisher unzugänglichen Bereich zwischen Haltestelle Schlehenstraße und Kreuzung mit der Stadtbahntrasse wurde der Weidigtbach offen gelegt und wieder erlebbar gemacht. Foto: Juni 2016
-
- Der Austrieb der ingenieurbiologischen Bauweisen in der Ufersicherung des Weidigtbachs, wie hier im Bereich nördlich des Omsewitzer Rings, erfolgt schon kurz nach der Baufertigstellung. Foto: April 2016
-
- Am Durchlassbauwerk zur Unterquerung der Stadtbahntrasse dient das Tosbecken gleichzeitig als temporärer Stillwasserbereich, wenn der Weidigtbach in Trockenwetterperioden austrocknet. Foto: März 2017
-
- Die Sitzstufen als Aufenthaltsmöglichkeit sind gleichzeitig Ufersicherung am Einlaufbauwerk zum Durchlass an der Coventrytraße. Die Aufweitung des Bachbettes sowie die Zufahrtsrampe erleichtern die Pflege und Beräumung des Bachbettes durch die Landeshauptstadt Dresden. Foto: August 2016
Weitere Abschnitte des Weidigtbaches, die durch Stowasserplan geplant und bis hin zur Fertigstellung begleitet wurden, finden Sie auf den Seiten unserer Homepage:
von Lars Stratmann | Donnerstag, 8 Juni, 2017 | Aktuelles, Entscheidungsunterstützungssysteme (EUS), Gewässerentwicklung, Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, Hochwasserschutz, Projektschwerpunkte, Veranstaltungen
Mit einem eintägigen Workshop im Rathaus Grimma wurde die Testphase der Software PROGEMIS® eröffnet. Seit Mitte Mai 2017 erproben die Testpartner aus sächsischen Kommunen und Landkreisen die Funktionen der Module PROGEMIS® Doku und PROGEMIS® Maßnahmenkatalog, die als Beta-Version für die Testphase freigegeben wurden.
Die kommunalen Gewässermanager konnten am Nachmittag des Workshops für das Jahr 2017 Maßnahmen der Gewässerunterhaltung in PROGEMIS® für die künftige Ausführung planen. Die Verantwortlichen für die Ausführung, z. B. Leiter oder Mitarbeiter vom kommunalen Bauhof oder einem Landschaftspflegeverband, hatten Gelegenheit, sich mit ersten Schritten der Dokumentation von Maßnahmen vertraut zu machen. Die Testpartner konnten so bereits auf dem Workshop erste interessante Hinweise für die weitere Entwicklung und gewünschte Funktionalitäten geben.

Mithilfe der Erprobung durch unsere Testpartner aus sächsischen Kommunen und Landkreisen werden stetig Strukturen, Vorgehensweisen und Abläufe aus der Praxis der Gewässerunterhaltung identifiziert und systematisiert und fließen während der Entwicklungsphase in PROGEMIS® ein. Damit können Anwender mit einer Software arbeiten die sie selbst gestalten und in die ihre Erfahrungen aus dem Praxisalltag einfließen.
Die Systematik von PROGEMIS® beinhaltet im Kern einen Regelkreislauf, bestehend aus Basisplan, Arbeitsplan und Dokumentation, der eine regelmäßige Planfortschreibung ermöglicht und das Management von Gewässern organisiert. Eine wichtige Rolle spielt bei der Entwicklung von PROGEMIS® auch die Beteiligung von Interessenvertretern wie die Kommunikation zu Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit.
Innerhalb der Testphase bietet Stowasserplan durchgehend eine fachliche und technische Betreuung an. Ein erstes Anwendertreffen ist für September 2017 geplant. Schrittweise werden parallel weitere Programmmodule von PROGEMIS® entwickelt, angepasst und ergänzend für unsere Testpartner verfügbar gemacht.
Haben Sie Interesse an Neuigkeiten zur Managementsoftware PROGEMIS®? Möchten Sie vielleicht sogar selbst an der zweiten Testphase ab Herbst 2017 teilnehmen? Melden Sie sich bei uns unter info(at)progemis.de oder informieren Sie sich über www.progemis.de .
von Lars Stratmann | Montag, 15 Mai, 2017 | Aktuelles, Entscheidungsunterstützungssysteme (EUS), Gewässerentwicklung, Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, Hochwasserschutz, Ingenieurbiologie - Bauausführung, Veranstaltungen
Das Projektteam von Stowasserplan freut sich, mit starken Partnern aus Städten, Kommunen und Landkreisen eine Beta-Version von PROGEMIS® zu testen. Die Testphase soll helfen, die Entwicklung von PROGEMIS® möglichst gut auf die Bedürfnisse der Nutzer bei Planung, Ausführung und Dokumentation von Maßnahmen auszurichten. Die Testphase der zwei Module PROGEMIS® Doku und PROGEMIS® Maßnahmenkatalog startet am 18. Mai 2017 mit einem Auftaktworkshop mit den Testnutzern.
Das Prozessgestützte GewässerManagement- und InformationsSystem PROGEMIS® wird durch Stowasserplan im Rahmen des BMBF-Forschungsvorhabens „In_StröHmunG“ entwickelt und wird im Jahr 2018 einsatzfähig werden. PROGEMIS® bindet Gewässermanager, Ausführungsbetriebe, Planer, Untere Wasser- und Naturschutzbehörden und aktive Anlieger in eine systematische, zielgerichtete Gewässerunterhaltung ein. Ein Kommunikationsportal für die Beteiligung interessierter Bürger rundet die Software ab. Besonderer Wert wird in der Entwicklung von PROGEMIS® auf die fachliche Prozessorientierung innerhalb der Gewässerunterhaltung zu den Themenbereichen Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz gelegt. Neuigkeiten über die Software und Fachinfos zur Gewässerunterhaltung finden Sie unter: www.progemis.de.
Auf dem Workshop werden auch die unlängst an der Launzige in und bei Fremdiswalde umgesetzten Unterhaltungsmaßnahmen testweise dokumentiert. Dort wurde durch einfache Unterhaltungsmaßnahmen der ökologische Zustand verbessert und gleichzeitig ein Beitrag zur Verringerung von Hochwasserrisiken geleistet. Die Maßnahmen konnten im BMBF-Vorhaben „In_StröHmunG“ im Rahmen von zwei Praxis-Workshops für neue Methoden und Maßnahmen der Gewässerunterhaltung realisiert werden.
-
- Strukturverbesserungsmaßnahmen an der Launzige unterhalb von Fremiswalde in Grimma wurden im Rahmen des BMBF-Vorhabens “In_StröHmunG” umgesetzt.
-
- Ökologische Aufwertung mittels ingenieurbiologischer Bauweisen bewirkt auch eine Verminderung des Hochwasserrisikos durch verbesserte Böschungssicherung und Querschnittsaufweitung.
-
- Herr Dr. Stowasser erläutert den Einbau des Lebendmaterials anhand der Wuchseigenschaften der schlafenden Knospen.
Weitere Informationen finden Sie auch auf dem Gewässerblog: Beitrag vom 01.03.2016 auf dem Gewässerblog „Software unterstützt Gemeinden künftig bei der Gewässerunterhaltung | Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“
von Jana Salim | Donnerstag, 13 April, 2017 | Aktuelles, Gewässerentwicklung, Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, Hochwasser, Hochwasserschutz, Veranstaltungen
Wer ist eigentlich wo zuständig für die Gewässerunterhaltung? Kenne ich als Kommune den Zustand und die Entwicklungsziele meiner Gewässer? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Gewässer zu unterhalten und zu entwickeln? Und welchen Einfluss haben Wasserrahmenrichtlinie und Hochwassermanagement-Richtlinie auf die Gewässerunterhaltung?
Dies sind übliche Fragestellungen, die sich Kommunen unter Unterhaltungslastträger im Zusammenhang mit Gewässerunterhaltung und –entwicklung stellen. Die Unsicherheit hinsichtlich des erforderlichen Art und Umfangs der Gewässerunterhaltung ist bei den zuständigen Mitarbeitern groß.
Vor diesem Hintergrund organisierte und finanzierte das Bildungszentrum des Geschäftsbereichs des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft Ende März und Anfang April 2017 zwei Seminare zum Thema „Pflege und Unterhaltung Gewässer 2. Ordnung“ für interessierte Kommunen und Behördenvertreter. Stowasserplan wirkte an der Seminarorganisation mit und leitete beide Veranstaltungen.
Die Seminare fanden jeweils als 2 Tages-Schulung statt und ermöglichten den Teilnehmern Kenntnisse im Zusammenwirken von Hochwasserschutz, nachhaltiger Gewässerentwicklung und –unterhaltung zu vertiefen.
Die Gliederung der Seminartage in Theorie- und Praxisteil ermöglichte Erlerntes direkt mit der Umsetzung in der Praxis zu verknüpften. Zum ersten Seminarblock am 22./23.03.17 in Grimma wurden dafür Gewässerabschnitte der Launzige nahe Fremdiswalde und des Mutzschener Wassers bei Wagelwitz besichtigt. Zum zweiten Termin am 05./06.04.17 in Reinhardtgrimma erfolgte die Begehung entlang des Quohrener Baches und Lauebaches in Kreischa sowie des Reichstädter Baches im Dippoldiswalder Ortsteil Reichstädt.
Die Seminartage endeten mit einer positiven Resonanz und der Aussicht auf weitere Seminare für die Pflege und Unterhaltung Gewässer 2. Ordnung:
„Ein Konzept ist notwendig vor allem um Aktionismus zurückzudrängen.“
„Die gesamte Gemeinde muss den Bedarf der fachgerechten Gewässerunterhaltung erkennen.“
„Das Seminar hat es auf den Punkt gebracht.“ „Gute Verbindung von Theorie und Praxis.“
>>Zitate der Teilnehmer in Reinhardtsgrimma<<
Gewässerunterhaltung mit System
Das prozessgestützte Gewässermanagement- und Informationssystem PROGEMIS® wurde im Rahmen der Seminare ebenfalls vorgestellt. Mit der Entwicklung der Software PROGEMIS® zeigt das Forschungs- und Verbundvorhaben „In_StröHmunG“ ein Gewässermanagementsystem, dass die digitale Verwaltung von Maßnahmen und Aufgaben an Gewässern in Zusammenarbeit mit Kommune, Landkreis, Ausführungsbetrieb und Anliegern ermöglicht.
Sie haben die Seminare verpasst und interessieren sich dennoch für Gewässerunterhaltung mit System? Für den Start in die strukturierte Unterhaltung Ihrer Gewässer haben wir eine erste Hilfestellung auf der PROGEMIS® Homepage unter der Rubrik PROGEMIS® Wissen zusammengestellt. Die Links verweisen zu öffentlich zugänglichen Bestandsdaten Ihrer Gewässer. Alle Bestandsdaten wurden im Rahmen der Seminare angesprochen und können Ihnen dabei helfen, eine erste Datenbasis für Ihre Gewässer zu erstellen.
Weitere Informationen zu PROGEMIS® finden Sie hier:
Beitrag zum 39. DresdnerWasserbaukolloquium 2016, „PROGEMIS®–„Software as a Service“ für das kommunale Gewässermanagement mit Planungs-, Dokumentations- & Kommunikationskomponente“
Beitrag vom 01.03.2016 auf dem Gewässerblog „Software unterstützt Gemeinden künftig bei der Gewässerunterhaltung | Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“
Fotogalerien der Exkursionen des Pflege- und Unterhaltungsseminars in Grimma und Reinhardtsgrimma im März/April 2017
-
- Februar 2017, Die Launzige in Fremdiswalde mit begradigtem Verlauf. Einen Monat später wurde die Launzige nach Aufweitung des Gewässerprofils und dem Anlegen eines geschwungenen Verlaufs Anschauungsobjekt des ersten Schulungstages im Rahmen des Pflege- und Unterhaltungsseminars in Grimma.
-
- Die Launzige in Fremidiswalde mit aufgeweitetem Gewässerprofil und geschwungenem Verlauf. Der Bagger bereitet nach der Profilierung bereits die Gräben für den Einbau der Lebendfaschinen vor. Die Maßnahmen an der Launzige dienen der Verbesserung des Hochwasserschutzes in Kombination mit der Strukturverbesserung des Gewässers. Foto: März 2017.
-
- Zur optimierten Anströmung des Brückenbauwerks wurde der Gewässerlauf oberhalb der Brücke ebenfalls neu profiliert. Im Vordergrund zu sehen ist das Material zum Einbau der ingenieurbiologischen Bauweisen. Folgende Bauweisen wurden an dem Gewässerabschnitt an der Launzige in Fremdiswalde eingebaut:
• Spreitlage mit Lebendfaschine als Fußsicherung
• Inklinante Lebend- und Totfaschinen
• Röhrichtwalze
• Steckhölzer
• Setzstangen
-
- Die Launzige im Februar 2017 außerorts verläuft gestreckt mit teils direkt angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie bildete ebenfalls das Exkursionsziel des ersten Schulungstages im Rahmen des Pflege- und Unterhaltungseminars in Grimma.
-
- Die Förderung der eigendynamischen Entwicklung unter weitestgehender Berücksichtigung vorhandener Nutzungsansprüche stand hier im Rahmen der Maßnahmen an der Launzige im Vordergrund. Vorhandene Gehölze wurden teilweise erhalten oder dienten der Materialgewinnung zur Herstellung ingenieurbiologischer Bauweisen.
-
- Aufbruch des begradigten Verlaufs durch Strukturmaßnahmen innerhalb des Profils. Unterstützend wurden Steckhölzer, Weidensetzstangen und Faschinen zur Initiierung der Eigendynamik und standortgerechter Ufervegetation eingebracht.
-
- Mit der Baggerschaufel profilierte Faschinengräben erleichtern den Einbau der Faschinen erheblich. Bestandsgehölze bilden nun wertvolle Strukturen am und im Gewässer.
-
- Bereits kurze Zeit nach Profilierung legte sich die Trübung und die meist verschlammte Launzige als „Sandgeprägter Tieflandbach“ (LAWA-Gewässertyp 14 nach SOMMERHÄUSER, POTTGIEßER) zeigte ihr Gewässerbett mit einer Substratsortierung aus Sanden und Kiesen.
-
- Am Mutzschener Wasser erläutert Dr. Andreas Stowasser den Seminarteilnehmern am zweiten Seminartag in Grimma die Strömungslenkung durch inklinante Buhnen aus Setzstangen. Mit wenig Aufwand sollten im April 2015 im Rahmen der Gewässerunterhaltung die Ufer des Mutzschener Wassers in Grimma gesichert werden, um die beginnende eigendynamische Entwicklung gesteuert zu unterstützen und ein weiteres Abtragen der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu verhindern. Gleichzeitig soll die Strukturanreicherung durch begleitende Ufergehölze und deren Beschattung in diesem Bereich den künftigen Unterhaltungsaufwand am Gewässer extensivieren. Nach dem Einbau 2015 gab es an den ingenieurbiologischen Bauweisen Biberschäden, sodass die Buhnen aus Weidensetzstangen nicht austrieben, dennoch aber den Stromstrich vom Ufer ablenken.
-
- Den Abschluss des Seminars in Grimma bildete eine Besichtigung eines naturnahen Referenzgewässerabschnitts am Mutzschener Wasser.
-
- Dieser Gewässerabschnitt wird im Rahmen des Verbundvorhabens „In_StröHmunG“ beprobt und weist trotz seiner sehr guten strukturellen Ausstattung kaum gewässertypische Organismen auf. Grund dafür sind Stoff- und Sedimenteinträge aus dem Einzugsgebiet, die dazu führen, dass Lebensräume der Gewässersohle zugesetzt und damit insbesondere für gewässergebundene Wirbellose schwer besiedelbar sind.
-
- Der Quohrener Bach bildete das erste Exkursionsziel des Pflege- und Unterhaltungseminars in Reinhardtsgrimma.
-
- Der Blick fürs Detail – fast kunstvoll zeigen sich an der Bachsohle des Quohrener Bachs Weidenwurzeln, die Böschung und Gewässersohle intensiv durchwurzeln und befestigen.
-
- Im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung am Quohrener Bach wurde ein Uferabbruch durch inklinante Buhnen gesichert. Zwischen den Buhnen wird sich das Ufer eigendynamisch entwickeln, Teile des Uferabbruchs konnten erhalten werden. Die Maßnahme stellt einen Kompromiss zwischen dem aus Sicht der Gewässerentwicklung wünschenswerten Erhalt des Uferabbruchs und dem Wunsch des Flächeneigentümers nach Widerherstellung der Weidefläche dar. Durch den Kompromiss an dieser Stelle stimmte der Eigentümer an anderen Abschnitten zur Bereitstellung von Flächen für das Gewässer zu.
-
- Der Reichstädter Bach bildete das Exkursionsziel des zweiten Seminartages in Reinhardtsgrimma. Besichtigt wurden naturnahe Abschnitte des Reichstädter Bachs, in denen keine Pflege erforderlich ist sowie verschiedene Maßnahmen zur Ufersicherung aus unterschiedlichen Fertigstellungsjahren von 2002 bis 2013. Die Reduzierung des Unterhaltungsaufwandes durch standortgerechte Ufergehölze und die fachgerechte Gehölzpflege standen bei der Exkursion ebenfalls im Mittelpunkt. Der auf dem Foto zu sehende begrünte Steinsatz am Reichstädter Bach wurde 2004 gebaut und bildet eine stabile und pflegeextensive Ufersicherung.
von Dr.-Ing. Andreas Stowasser | Mittwoch, 15 März, 2017 | Freiraumgestaltung und Regenwassermanagement, Gewässerentwicklung, Ingenieurbiologie - Vegetationsentwicklung, Literatur, Naturnaher Wasserbau und Ingenieurbiologie
Die Antwort auf diese Frage lautet: Ganz am Anfang einsteigen! Das ganze Große im Blick haben. Oder fachlich ausgedrückt: Nachhaltige Erfolge in der Fließgewässerrenaturierung lassen sich nur erzielen, wenn Konzepte und Maßnahmenplanungen auf Einzugsgebietsebene vorliegen, die dann sukzessive umgesetzt werden. Kleinräumige Maßnahmen auf lokaler Ebene sind daher immer in den Kontext eines Gesamtkonzepts zu stellen!
Was die mit der täglichen Planungspraxis vertrauten Mitstreiter für naturnahe Fließgewässer schon immer vermutet haben, wird nun in einem sehr anschaulichen Bericht über erfolgversprechende Strategien zur effektiven Renaturierung von Fließgewässern von Andrea Sundermann, Senckenberg Gesellschaft, und Matthias Oetken, Goethe-Universität Frankfurt, untermauert. Verfasst wurde die Veröffentlichung im Rahmen des ReWaM Forschungsverbundprojekts und NiddaMan.
Lesen Sie den Bericht und erfahren Sie mehr über effektive Fließgewässerrenaturierung unter folgendem Link: „Strategien zur effektiven Renaturierung von Fließgewässern“ (Niddaman, WissensWert, Nr. 2)

Beispiel Koitzschgraben in Dresden Prohlis – Vor der naturnahen Umgestaltung im Jahr 2011 war der Koitzschgraben ein nahezu gehölzfreier und mit Rasengitterplatten geradlinig ausgebauter Bach.

Der Koitzschgraben zwei Jahre nach Baufertigstellung – Die Renaturierung war Teil eines Konzepts für die naturnahe Umgestaltung des Koitzschgrabens inklusive Wohnumfeldverbesserung. Das Konzept wurde bereits 2002 erstellt und in mehreren Bauabschnitten zwischen 2009 und 2012 durch Stowasserplan umgesetzt.